China will Monopol der Großbanken aufbrechen

Die großen Player der chinesischen Banken vergeben seit langer Zeit nur mehr Kredite an staatliche Unternehmen. Die chinesische Privatwirtschaft leidet deswegen unter einer Kreditklemme und muss auf illegale Kredite zurückgreifen. Der chinesische Premier will nun das Monopol der großen Banken aufbrechen.

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„Ehrlich gesagt machen unsere Banken viel zu leicht Gewinne“, zitierte das China National Radio den chinesischen Premierminister Wen Jiabao. „Der Grund dafür ist, dass eine kleine Anzahl von großen Banken eine Monopolstellung einnehmen, was bedeutet, dass man nur zu ihnen gehen kann, um Kapital und Kredite zu erhalten“, sagte er in einer Diskussion mit lokalen Unternehmern. Deshalb „müssen wir ihr Monopol aufbrechen.

Wen Jiabaos Äußerungen folgten auf die neuesten Prognosen, dass die chinesische Wirtschaft im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr lediglich um 8,4 Prozent wachsen werde. Das langsamere Wachstum in China rückte in den vergangenen Monaten den Blick immer stärker auf das Bankenmonopol. Diese beschränkten sich bei der Kreditvergabe nur mehr auf staatliche Unternehmen.

Die Privatwirtschaft rutschte immer mehr in eine Kreditklemme und war auf illegale Kredite zu hohen Zinsen von teilweise bis zu 100 Prozent aus dem Untergrund angewiesen. Ende März erreichte dieser Kreditmarkt einen Umfang von 289,277 Milliarden Euro – das sind der Peoples Bank of China 5,6 Prozent des gesamten, chinesischen Kreditvolumens. Viele Privatunternehmen gingen Pleite.

Die vier großen Banken Industrial and Commercial Bank of China, Bank of China, Agricultural Bank of China und China Construction Bank müssen nun mit Maßnahmen der Regierung rechnen, wenn es Wen Jiabao ernst meint und sein Plan und die Umsetzung auch nach dem Regierungswechsel im nächsten Jahr Bestand haben werden. Doch der Schritt ist dringend notwendig. „Dies ist die Zeit in der Wirtschaftsgeschichte Chinas, wo zukünftiges Wachstum und zukünftige Arbeitsplätze, stark von kleinen und mittleren Unternehmen und dem privaten Sektor abhängen“, erklärt William Overholt von der Harvard University.

Zudem ist dies auch im Zusammenhang mit dem Öffnen des Kapitalmarktes für ausländische Investoren zu sehen. Ausländische Anleger dürfen künftig mehr auf Chinas Kapitalmärkten investieren. Wie die chinesische Führung mitteilte, dürfen nun 80 Milliarden Dollar auf Chinas Märkten aus dem Ausland stammen. In Wenzhou, das als die Wiege der Privatwirtschaft bekannt ist, hat die Regierung bereits mit einer Finanzreform begonnen. Hier sollen private Investoren ermutigt werden, sich in lokale Banken einzukaufen und Finanzinstitutionen wie Kreditunternehmen und ländliche Gemeinde-Banken ins Leben zu rufen.

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