EU-Beamter stellt Portugal teilweisen Schuldenschnitt in Aussicht

Die Troika sieht weitere Risiken für Portugal und Währungskommissar Olli Rehn rechnet mit einer weiteren Hilfe für das Land. Nun hat ein EU-Beamter einen teilweisen Schuldenschnitt für Portugal in Aussicht gestellt. Auch der Vizepräsident der EZB hat mittlerweile ein weiteres Rettungspaket in Aussicht gestellt.

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Der Troika-Bericht zu Portugal war eindeutig. Das Land mache gute Fortschritte, aber es gebe weiterhin Risiken und Herausforderungen, die es dem Land erschweren könnten, im September nächsten Jahres an den Anleihemarkt zurückzukehren (hier). Nun meldete sich der EU Beamte Peter Weiss zu Wort und bringt einen teilweisen Schuldenschnitt für Portugal ins Spiel.

Wie Irland könnte Portugal den Druck der im nächsten Jahr auslaufenden Anleihen im Wert von 10 Milliarden Euro nach dem Vorbild Irlands reduzieren, in dem es einen begrenzten Anleihetausch durchführe. „In technischer Hinsicht könnte dies in Portugal geschehen, es ist eine Möglichkeit, sagte Peter Weiss, der stellvertretende Leiter der Troika-Mission in Portugal. Das ist das erste Mal, dass die EU-Kommission einen solchen Tausch für Portugal angedeutet hat.

Der EU-Währungskommissar Olli Rehn sieht ebenfalls weitere Gefahren für Portugal: „Für die EU ist es weise, vorbereitet zu sein, dass eine Art Brücke gebaut werden muss, wenn Portugal an die Märkte zurückkommt“, sagte er dem finnischen TV-Sender MTV 3. Details nannte er nicht. Der Portugiese Vitor Constancio, Vizepräsident der EZB , stellte zuvor offen die Notwendigkeit eines zweiten Rettungspaketes in Aussicht.

Im Januar tauschte Irland erfolgreich Anleihen im Wert von 3,53 Milliarden Euro, die 2014 auslaufen sollten, in Bonds die ein Jahr später fällig sein würden. Das Land stimmte einer Zahlung von höheren Zinssätze für diese zu, um sich dadurch Zeit zu kaufen.

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