US-Think Tank: „Spanien ist die nächste Hiobsbotschaft“

Die Verschuldung in Spanien wird 2012 insgesamt weiter steigen und die Arbeitslosigkeit ist immens. Für den Wissenschaftler vom Think Tank Mercatur Center gibt es in Spanien zahlreiche lauter werdende „Alarmglocken“. Und die Brandmauer ist nicht groß genug um eine Ansteckung nach der Pleite Spanien zu verhindern.

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Spanien kann die Märkte nicht überzeugen. Gerade erst wurde ein 27 Milliarden Euro Sparpaket aufgesetzt und schon muss die spanische Regierung eine äußerst schlechte Auktion in Kauf nehmen (für die sich nicht einmal genügend Interessenten fanden – hier). „Spanien wird die nächste Hiobsbotschaft sein“, sagte Tony Sanders, Wissenschaftler der amerikanischen Denkfabrik Mercatus Center der CNBC.

Bei der Präsentation des Haushalts sagte die spanische Regierung am Dienstag, die Verschuldung würde 2012 ihren höchsten Stand seit 22 Jahren erreichen (Ministerpräsident Rajoy schließt derweil ein Bailout nicht mehr aus – hier). Neben der Rezession und der Verschuldung, sieht Tony Sanders auch eine Gefahr in der hohen Arbeitslosigkeit (und ausgerechnet bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit will die Regierung sparen – hier). Insofern seien die Tender der EZB „nur ein Wunsch und eine Hoffnung“, so Tony Sanders. „Wie soll die Überflutung der spanischen Banken mit Liquidität die Arbeitslosigkeit von 23 Prozent lösen? Das wird es nicht“.

Im vergangenen Jahr fingen die Konjunkturdaten in der Eurozone auch gerade an, sich zu verbessern, als die griechische Schuldenkrise eskalierte und die Investoren flohen, so Sanders. Er gehe davon aus, dass sich eine Wiederholung dieser Situation gerade mit Blick auf Spanien anbahnt. Und das Schlimme ist zudem, sagt Sanders, dass die neu aufgestockte Firewall nicht groß genug ist, um eine Ansteckung nach einer Pleite Spaniens zu verhindern. In dem Moment könne auch EZB-Chef Mario Draghi nichts tun. „Es tut mir leid für Super-Mario. Er wird super sein müssen, weil ich einfach nicht glaube, dass er genug Munition in seiner Waffe hat, um diese zu benutzen.“

Am Donnerstagmorgen sind die durchschnittlichen Zinssätze für spanische Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf 5,75 Prozent gestiegen – ein Zwölf-Wochen-Hoch. „Die Märkte sind besorgt, dass jetzt zu systemischen Bedenken  in Bezug auf Spanien kommen könnte und Spanien ist viel größer und viel schwerer zu retten“, beurteilte Dariusz Kowalczyk von der Crédit Agricole die Situation am Markt in einem Interview mit der CNBC.

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