Papst Benedikt XVI: Wirtschaftskrise erfordert Opferbereitschaft

In der unsicheren Lage einer Wirtschaftskrise sollten die Menschen stärker zusammenhalten und sich auf den Glauben konzentrieren, sagte Papst Benedikt XVI. in Rom. Anders als seine Vorgänger verzichtete der Papst auf systemkritische Bemerkungen.

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Beim traditionellen Kreuzweg am Karfreitag im Kolosseum wandte sich Papst Benedikt XVI. in seinem Schlusswort dem Leiden vieler Familien aufgrund der Wirtschaftskrise zu. In einer solch schwierigen Zeit müsse es umso mehr Zusammenhalt in Europa geben und es werde Ausdauer von den Menschen verlangt. „In unserer Zeit ist überdies die Situation vieler Familien erschwert durch die Unsicherheit der Arbeit und durch andere negative Auswirkungen der Wirtschaftskrise“, sagte Papst Benedikt XVI.

Viele Menschen machen sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kindheiten und Entbehrungen verschiedenster Art, so das römisch-katholische Oberhaupt. „Lasst uns in der Zeit der Not, wenn unsere Familien Kummer und Leid ausgesetzt sind, auf das Kreuz blicken. Dort finden wir den Mut und die Stärke weiterzumachen“. Kraft von Gott, versuchte der Papst den Gläubigen zu versichern, wird Familien helfen, „Opfer zu bringen und jedes Hindernis zu überwinden“. Die betont innerliche Komponente entspricht den Überzeugungen von Joseph Ratzinger: Zwar hat er immer wieder kritische Töne gegen einen überbordenenen Kapitalismus durchklingen lassen. Seine Kritik an ungerechten Sozialstrukturen ist jedoch weit weniger energisch als etwa die seine Vorgängers Johannes Paul II. Besonders scharfe Töne wie in der legendären Enzyklika Rerum Novarum von Leo XIII. aus dem Jahr 1891 in der Zeit des aufkommenden Manchester-Kapitalismus hat der deutsche Papst bisher tunlichst vermieden.

Als ein Papst, der aus dem Westen kommt, fokussiert Ratzinger seine Einschätzung eher auf einen überbordenden Hedonismus in den Wohlstands-Gesellschaften. Der Vatikan ist außerdem durch seine eigenen Skandale nicht mehr die anerkannte Autorität in Wirtschaftsfragen: Neben den zahlreichen Fällen von Kindesmissbrauch sind auch dir vatikanischen Finanzinstitutionen in den vergangenen Wochen durch einige Korruptionsskandale in die Schlagzeilen geraten.

An dem Karfreitags-Gebet mit Benedikt XVI. nahmen tausende Menschen teil. Das Holzkreuz wurde auf den 14 Stationen abwechselnd von Familien aus beispielsweise Irland, Burkina Faso, Peru und Italien getragen. Erst an der letzten Station hielt Papst Benedikt selbst das Kreuz.

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