Maßnahmen greifen nicht: Zentralbanken versuchen es mit Beschwörungen

Nachdem die Möglichkeiten der expansiven Geldpolitik praktisch erschöpft sind, setzen die Zentralbanken nun auf gutes Zureden: Mit programmatischen Reden und positiven Prognosen wollen sie die Zinsen niedrig halten.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die Zentralbanken sind weltweit an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit gestoßen. Nach ihren Versuchen, die Weltwirtschaft mit großen Geldmengen und niedrigen Zinsen in Schwung zu halten, gehen ihnen die Instrumente aus, um die Wirtschaft weiter stützen zu können.

Mit Pressekonferenzen und anderen öffentlichen Reden versuchen vor allem Mario Draghi, Präsident der EZB und Ben Bernanke, sein Amtskollege bei der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Märkte zu beruhigen und so die Zinsen für Staatsanleihen möglichst niedrig zu halten.

Mit Grundsatz-Reden wollen die Zentralbank-Chefs die Lage beruhigen - wie hier Ben Bernanke in Princeton. (Foto: Princeton)

Mit Grundsatz-Reden wollen die Zentralbank-Chefs die Lage beruhigen - wie hier Ben Bernanke in Princeton. (Foto: Princeton)

„Es gibt eine neue Politik, die von Appellen zu mehr Maßhalten geprägt ist. Denn die Maßnahmen ist nun stärker beschränkt und weitere finanzpolitische Entgegenkommen werden zunehmend problematischer in Umfang und Komplexität“, sagte Eric Green, Ökonom bei TD Securities der Nachrichtenagentur Reuters.

Die meisten Beobachter bezweifeln, dass diese neue Politik der Appelle funktioniert. Denn die bisherigen Maßnahmen, vor allem die konzertierten Aktionen der internationalen Notenbanken, waren von derart großem Volumen, dass die Notenbanker jetzt nicht mehr einfach mit Beschwörungen zurückrudern können. Obwohl die Zentralbanken nur mehr sehr geringe Spielräume bei der expansiven Geldpolitik haben, wirken sie fast dazu verdammt, den eingeschlagenen Weg zu Ende gehen zu müssen. Für die kommende Woche stehen verschiedene Reden von Vorstandsmitgliedern der US-Notenbank auf dem Programm.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick