IWF: Lagarde will 500 Milliarden Dollar für Rettung auftreiben

Aus Sorge um die weitere Entwicklung in Europa möchte Christine Lagarde wieder einmal auf Roadshow gehen, um mehr Geld für den IWF aufzutreiben. Die BRIC-Länder haben jedoch bereits signalisiert, dass es Zahlungen nur gegen Sicherheiten geben werde.

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Nachdem die Länder der Eurozone sich auf eine Erweiterung der Rettungsschirme geeinigt haben (hier), kommt nun auch Bewegung in die geplante Aufstockung des Internationalen Währungsfonds (IWF), um die Schuldenkrise im Euroraum zu bekämpfen. Kommende Woche treffen sich die G20-Staaten in Washington, um darüber zu beraten. Grundsätzlich gibt sich der IWF optimistisch, dass der Rettungsschirm aufgestockt werden kann.

Christine Lagarde hat ihr Ziel, die IWF-Ressourcen aufzustocken, fast erreicht (Foto: Flickr/IMF)

Christine Lagarde hat ihr Ziel, die IWF-Ressourcen aufzustocken, fast erreicht (Foto: Flickr/IMF)

„Ich würde sagen, dass die Summe irgendwo zwischen 400 und 500 Milliarden Dollar liegen wird“, sagte ein Beamter der G20-Staaten der Nachrichtenagentur Reuters. Der IWF schätzte zuletzt im Januar, dass man zusätzliche 500 Milliarden Dollar für Kreditvergaben benötigen würde und 100 Milliarden Dollar zur Erhöhung der Reserven. Die Länder der Eurozone haben sich bereits verpflichtet, 150 Milliarden Euro beizusteuern und andere Länder der Europäischen Union wollen weitere 50 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Einem anderen Beamten zufolge könnten China und Japan 100 Milliarden Dollar oder etwas mehr auftreiben. „Japan und China scheinen relativ zufrieden zu sein mit dem, was Europa erreicht hat.“ Aber die „Entwicklungsländer denken noch immer, dass die reichen Mitglieder wie Deutschland eine größere Rolle bei der Lösung der Probleme in der Region spielen sollten“. Es könne also ein Deal werden, der erst in der letzten Minute getroffen werde. Die einzigen Länder, die nichts zur Erhöhung der IWF-Ressourcen beitragen wollen, sind bis jetzt die USA und Kanada.

Wenn am Ende Staaten wie China oder Russland wirklich einzahlen, ist jedoch zu erwarten, dass sie Forderungen erheben werden. Einige BRIC-Staaten haben bereits angekündigt, dass sie ohne Sicherheiten keine Zahlungen leisten werden.

Angesichts der sich zuspitzenden Situation in Spanien und der damit einhergehenden Ansteckungsgefahr für Italien erscheint eine entsprechende Aufstockung wieder umso notwendiger. Die Zinssätze für beide Länder stiegen in den vergangenen Tagen (hier). Besonders das spanische Finanzsystem ist stark gefährdet (hier).

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Kommentare

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  1. Dagmar sagt:

    “Angesichts der sich zuspitzenden Situation in Spanien und der damit einhergehenden Ansteckungsgefahr für Italien erscheint eine entsprechende Aufstockung wieder umso notwendiger. Die Zinssätze für beide Länder stiegen in den vergangenen Tagen (hier). Besonders das spanische Finanzsystem ist stark gefährdet (hier).”

    Die sind ja alle wie die Junkies. Bloß, dass sie sich die Droge nicht selber spritzen, sondern sien den “Märkten” in den Rachen werfen. So gewinnt ihr keinen Blumentopf. Ihr redet immer wieder vom “Vertrauen der Märkte”, aber, selbst ihr euch das Vertrauen mit vielen weiteren Billionen kaufen könntet, das Vertrauen der Bürger in eure Politik ist ein für alle Mal zerstört. Und DAS wird kein Spaziergang für euch, versprochen!

    Dabei fällt mir gerade ein, was wurde eigentlich aus der Klage gegen Frau Lagarde? Stillschweigend unter den Teppich gekehrt oder wie?

    • Wutbürger sagt:

      Solange sie für den kleinen Mann in Paris brav Mrd herbeizaubert hat der zuständige Richter bestimmt grad “wichtigeres zu tun”.

  2. Johannes sagt:

    “Die BRIC-Länder haben jedoch bereits signalisiert, dass es Zahlungen nur gegen Sicherheiten geben werde. ”

    Sehr gute und nachvollziebare Einstellung!

    Und sie werden sicher keine Bankanleihen akzeptieren, für die die jeweiligen Länder garantieren (z.B. die griech. Regierung für griech. Bankanleihen). So etwas macht nur die EZB…

    • Steuerzahler sagt:

      Warum sollten wir nicht auch versuchen, die Fußballer zu verpfänden?
      Unser “Staatslenker” verbürgen und garantieren mit deutschem Steuergeld die Schulden anderer Länder ohne Sicherheiten zu fordern. Das würde keine Bank bei einem Bürger oder einer Firma tun.

  3. Wutbürger sagt:

    Im Klartext: am Mittelmeer und in Frankreich brennt der Arsch lichterloh. Kein Wunder läuft im Moment grad wieder eine Fluchtwelle aus dem Euro.

    • Smart sagt:

      So siehts aus!

      Entscheidend für den Euro wird die nächste Woche sein! Bricht das Gold z.b. am 16.04. endgültig aus (Aktueller Stand: ca. 1650 Dollar), dann wird das ganze System kollabieren. Langsam, aber gemächlich wird die Krise mit allen Auswirkungen vor denen man seit Jahrhunderten gewarnt hat, über uns alle hereinbrechen.

  4. Cuzco sagt:

    Der Euro ist der Parasit im Wirt Europa. Anstatt ihn zu füttern, sollte man ihn austreiben…

    …es wird höchste Zeit für eine Wurmkur! ;-)