Wegen Hollande: Merkel verschiebt Ratifizierung des Fiskalpakts

Die Bundesregierung will dem Bundestag des europäischen Fiskalpakt erst vorlegen, wenn das Papier mit Francois Hollande nachverhandelt ist. Sollte der Sozialist der nächste französische Präsident werden, müssen schnell Nachverhandlungen geschehen, sagte der Vizechef der Unionsfraktion, Andreas Schockenhoff.

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Angela Merkel rechnet offenkundig mit der Notwendigkeit, den Fiskalpakt neu zu verhandeln. Und die Union rechnet damit, dass ihr Nicolas Sarkozy abhandenkommt. Andreas Schockenhoff, Vizechef der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, sagte am Montag bei einer Veranstaltung des Instituts für Europäische Politik in Berlin, dass Hollande „so viele Stimmen geholt in einem ersten Wahlgang wie schon lange kein sozialistischer Präsidentschaftsbewerber“. Zwar sei Sarkozy ein guter Wahlkämpfer, aber nun sagen „die Umfragen, die nach dem gestrigen Wahlgang durchgeführt wurden, einen stabilen Vorsprung für Hollande voraus“.

Francois Hollande: Nach ihm werden sich in Europa in den kommenden Monaten vermutlich einige richten müssen. (Foto: Flick/Benjamin Boccas)

Francois Hollande: Nach ihm werden sich in Europa in den kommenden Monaten vermutlich einige richten müssen. (Foto: Flick/Benjamin Boccas)

Die Union weiß jedoch auch, dass sie mit Hollande über den Fiskalpakt wird neu verhandeln müssen. Bevor diese Verhandlungen nicht abgeschlossen sind, will die Bundesregierung keine Ratifizierung des Fiskalpakts vornehmen. Schockenhoff: „Hollande hat ankündigt, dass er den Fiskalvertrag in dieser Form der Assemblée nationale nicht zur Ratifizierung vorlegen wird. Dann kann keine andere Regierung in Europa dem eigenen Parlament das vorlegen. Wenn es Nachverhandlungen gibt, dann müssen die möglichst schnell geschehen.“

Allerdings glaubt Schockenhoff nicht, dass der Vertrag grundsätzlich verändert werden kann. Der Vorsitzende der deutsch-französischen Parlamentariergruppe hält allenfalls eine „rhetorische“ Veränderung für möglich: „In der Substanz kann man nichts ändern, aber an der Rhetorik. Man kann einen schönen Absatz über Wachstum reinschreiben. Man kann auch das, was in dem Fiskalpakt drinsteht, nochmal mit anderen Worten wiederholen und erklären, dass wir für Wachstum sorgen müssen. So kann man dann zu Hause sagen: Ich habe dafür gesorgt, dass es im Fiskalpakt auch um Wachstum geht. Diese rhetorischen Dinge kann man machen.“

Ob Angela Merkel mit dieser taktischen Haltung bei den Verhandlungen durchkommt, ist ungewiss. Vor allem aber ist zu erwarten, dass Hollande in einer anderen Frage noch viel unnachgiebiger sein wird: der der Rolle der EZB. Denn der Franzose hatte bereits mehrfach angekündigt, dass er die EZB in der Pflicht sieht, wenn es um Wachstum geht. In dieser fundamentalen Frage wird die Rhetorik nicht reichen. Die Fakten sprechen allerdings gegen die deutsche Position: Denn in der EZB hat die Italiener-Fraktion, die jetzt schon eher einen weichen Kurs in der Geldpolitik fahren möchte, ebenso die Mehrheit wie im künftigen Rettungsschirm ESM. Wichtige Entscheidungen können dann mit Mehrheitsbeschluss (Italien + Frankreich + Spanien) auch gegen Deutschland herbeigeführt werden.

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Kommentare

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  1. Menafet sagt:

    Meine Damen und Herren, ich merke, das hier einige doch unsäglichen Verschwörungstheorien angehaftet zu sein scheinen.

    Der Austritt Deutschlands aus dem Euro und die einführung einer Nationalen Währung, würde Deutschlands Isolation zur folge haben!

    Es wird in Europa noch zu unseren Lebzeiten, Revolutionäre Ausschreitungen geben. Die KOMPLETTE Europäische Unionspolitik, handelt wie ein ein Unwissender, hier ein wenig da ein wenig. Vergessend das sie Extremen Tür und Tor öffnen.

    Die Macht geht vom Volk aus, doch was ist, wenn das Volk keine Macht mehr hat. Dann wurde es wohl entmachtet, wenn ein Volk zulässt entmachtet zu werden, dann ist das Volk selber schuld! Denn Freiheit wurde noch nie geschenkt sondern immer nur erkämpft

  2. Marcus sagt:

    „In der Substanz kann man nichts ändern, aber an der Rhetorik…

    Ich sage:

    Man kann aus Scheiße kein Bonbon machen.

    So einfach ist das.