Hitler soll Beitrag zu bayerischem Haushalt leisten

Der bayrische Finanzminister Söder kündigt die Veröffentlichung von Hitlers "Mein Kampf" an. Das bayrische Finanzministerium hält die Rechte an dem Buch bis 2015 und möchte kurz vor Auslaufen der Frist eine kommentierte Ausgabe herausbringen.

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Der Freistaat Bayern will nun doch die Herausgabe einer wissenschaftlich kommentierten Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ auf den Markt bringen. Das Buch soll 2015 erscheinen, und zwar als wissenschaftlich kommentierte Ausgabe. Dies teilte der bayrische Finanzminister Markus Söder am Dienstag in Nürnberg mit, nachdem sich ein Runder Tisch mit dem Thema beschäftigt hatte.

Erstausgabe von Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf", Juli 1925. Ausgestellt im Deutschen Historischen Museum in Berlin. (Foto: Wikipedia)

Erstausgabe von Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf", Juli 1925. Ausgestellt im Deutschen Historischen Museum in Berlin. (Foto: Wikipedia)

Durch die wissenschaftliche Kommentierung soll verhindert werden, dass das Buch kommerzielle ausgebeutet wird. 2015 endet die Frist, bis zu der das bayrische Finanzministerium die Rechte an Hitlers Buch hält. Danach können die Bayern nicht mehr verhindern, dass andere das Buch veröffentlichen.

Bisher hatte Bayern die Veröffentlichung in Deutschland untersagt. Das Verbot ist seit langem umstritten: Historiker, die „Mein Kampf“ gelesen haben, führen vor allem ins Feld, dass die unsäglich schwülstige Sprache und die kruden Weltverschwörungstheorien Hitlers potentielle Nachahmer selbst (oder sogar: gerade) bei geringem Intelligenzquotienten eher abschrecken als animieren würden. Außerdem sei das Buch seit Jahrzehnten auf Englisch erhältlich und könne daher über das Internet auch schon seit geraumer Zeit in deutsche Haushalte gelangen.

Dass der Freistaat Bayern aus dem Pmaphlet nun wenigstens einen symbolischen Beitrag für den ohnehin strapazierten Haushalt erhält, kann auch als späte Belohnung für das untadelig demokratische Verhalten des Freistaats seit 1945 gewertet werden.

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