Griechenland: Realeinkommen sacken um ein Viertel ab

Die Sparmaßnahmen der Regierung und die schlechte Konjunktur sorgten 2011 in Griechenland für einen Einbruch der Realeinkommen um mehr als 25 Prozent. Hauptgrund sind die überdurchschnittlich hohen Sozialversicherungsbeiträge.

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Hohe Arbeitslosigkeit, strenge Sparmaßnahmen, unstete Politik und eine Wirtschaft in  einer nun schon fünf jährigen Rezession – das ist die Bilanz Griechenlands des Jahres 2011, die sich in diesem Jahr fortzusetzen droht. Besonders die griechische Bevölkerung ist von den Folgen der Eurokrise und der starken Verschuldung ihres Staates betroffen.

Im vergangenen Jahr sank der durchschnittliche Bruttolohn von 20,457 Euro auf 15,729 Euro, berichtet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Verweis auf das griechische Finanzministerium. Das entspricht einem Rückgang von 23,1 Prozent – berücksichtigt man die Inflation sind es 25,3 Prozent, so die OECD. Der durchschnittliche Nettolohn für nicht verheiratete Arbeitnehmer fiel um 25,5 Prozent auf 16,180 Euro.

Interessanterweise heißt es in dem OECD-Bericht, dass die Griechen relativ wenig Steuern zahlen – Griechenland zählt zu den OECD-Ländern, in denen die Angestellten die niedrigsten Steuern zahlen. Aber die Sozialversicherungsbeiträge seien überproportional hoch, vor allem in Hinblick auf die Leistungen der Pensionskassen. Insgesamt machen die Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber 38 Prozent der gesamten Lohnkosten aus. Während die Steuern lediglich drei Prozent davon betragen, belaufen sich die Sozialversicherungsbeiträge für die Arbeitnehmer auf 12,8 Prozent und für die Arbeitgeber auf 22,2 Prozent.

In Deutschland machen die Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge insgesamt 49,8 Prozent aus. Aber auch hierzulande machen besonders die Sozialversicherungsbeiträge den größten Anteil der Abgaben aus. Diese belaufen sich auf mehr als ein Drittel der gesamten Arbeitskosten. Der Steueranteil liegt bei 16 Prozent.

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