Frankreich: Sarkozy verkürzt Abstand zu Hollande

Nicholas Sarkozy erzielte bei der jüngsten Meinungsumfrage das beste Ergebnis seit dem Herbst. Interessant: Die Wähler des liberalen Kandidaten Bayrou sind für Sarkozy, die Anhänger von Marine Le Pen mögen ihn dagegen nicht.

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Im Rennen um das Amt des französischen Präsidenten konnte Nicolas Sarkozy seinen Rückstand auf den sozialistischen Kandidaten Francois Hollande verkürzen. Wie eine Umfrage von Ipsos zeigt, würden im zweiten Wahlgang 47 Prozent der befragten Franzosen dem Amtsinhaber Sarkozy ihre Stimme geben. Dies bedeutet einen Zugewinn von einem Prozent für Sarkozy.

Nicholas Sarkozy kämpft bis zur letzten Minute.

Nicholas Sarkozy kämpft bis zur letzten Minute.

Sein Herausforderer Hollande hält mit 53 Prozent zwar noch einen deutlichen Vorsprung, die jüngste Umfrage brachte Sarkozy aber das beste Ergebnis seit Oktober des vergangenen Jahres, als Ipsos begann, die Bevölkerung nach ihrem Favoriten für das Präsidentenamt zu befragen. Bei der ersten dieser Befragungen war Sarkozy gerade einmal auf 38 Prozent gekommen.

Das Ergebnis der Umfrage, die am vergangenen Wochenende durchgeführt wurde, spiegelt den Versuch der Kandidaten wieder, Wähler von ihren Konkurrenten zu gewinnen, die im ersten Wahlgang ausgeschieden waren. In Zuge dieser nächsten Phase des Wahlkampfes war Sarkozy weiter nach rechts gerückt, um Wähler von der stark europakritischen Kandidatin Marie Le Pen für sich gewinnen zu können. Allerdings hat die Mehrheit der Le Pen Wähler erklärt, nicht für Sarkozy stimmen zu wollen – sie haben ihm den Schwenk nicht abgenommen. Unterstützung bekommt Sarkozy dagegen aus dem Lager des liberalen Kandidaten Francois Bayrou, dessen Anhänger offenbar von Hollandes sozialistischer Haushaltspolitik wenig halten.

Die Ipsos-Umfrage zeigt allerdings, dass Sarkozys Potenzial bei dieser Wählergruppe eher beschränkt ist. Francois Hollande hingegen wird wahrscheinlich die Stimmen jener Wähler bekommen, die im ersten Wahlgang noch den Linksaußen Jean-Luc Mélenchon unterstützt hatten. Der zweite Wahlgang bleibt also eine große Herausforderung für Sarkozy. Profitieren könnte er noch von der relativ großen Zahl der Unentschlossenen: 22 Prozent der befragten Franzosen die zur Wahl gehen werden, wussten noch nicht wem sie ihre Stimme geben werden.

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