Spanische Bankenkrise: Österreichs Banken drohen Milliarden-Verluste

Nachdem sich die österreichischen Banken in Osteuropa und Griechenland verhoben haben, droht nun das nächste Debakel: Die Institute sind mit 4,3 Milliarden Euro in den Problemländern Spanien und Portugal engagiert.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die Verstaatlichung einzelner österreichischer Banken wird schon jetzt von der österreichischen Zentralbank als Erfolg gewertet. Und das Engagement der Banken in Portugal und Spanien sei nicht gefährlich. Doch ein Blick in die Bilanzen zeigt, dass die Verwicklungen der Banken durchaus risikoreich sind.

Andreas Ittner, Direktor der österreichischen Zentralbank, ist zufrieden mit der Verstaatlichung von österreichischen Banken. Nach der Verstaatlichung der Kommunalkredit, eine Einheit der Volksbanken, und der Rettung der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG wurde erst kürzlch die Volksbank verstaatlicht – was den österreichischen Steuerzahler etwa 1 Milliarde Euro kostet (hier).

Nun rückt das Engagement der österreichischen Banken in Portugal und Spanien in den Vordergrund: Spätestens seit die Rendite für Spaniens Anleihen die 6-Prozent-Marke erneut knackte und die CDS stark anstiegen. Ein möglicher Schuldenschnitt in Spanien oder Portugal könnte das österreichische Finanzsystem ins Wanken bringen. Andreas Ittner betont allerdings, dass die Situation in Spanien von keinem besonderen Interesse für die österreichischen Banken seien.

Die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache – und zwar auch in Hinblick auf die von Ittner gelobte Reduzierung der Vermögenswerte. Die nationalen Banken sind in Spanien und Portugal mit insgesamt 4,3 Milliarden Euro involviert, so die Österreichische Nationalbank. 3,5 Milliarden Euro entfallen dabei auf Spanien und 800 Millionen Euro auf Portugal. Interessanter Weise gibt beispielsweise die verstaatlichte KA Finanz, die Bad Bank der Kommunalkredit, keine Informationen über das exakte Engagement heraus. Medienberichten zufolge liegen die Risiken der Bank in Spanien und Portugal jedoch zwischen 1,6 und 1,7 Milliarden Euro. Besonders Kreditausfallversicherungen (CDS) sollen hier überwiegen, die im Falle einer Staatspleite ausgezahlt werden müssten, wie dies nach dem Schuldenschnitt für Griechenland der Fall war. Insgesamt sitzt das Institut auf Kreditausfallversicherungen auf Irland, Portugal, Spanien und Italien in Höhe von 9,2 Milliarden Euro.

Das Engagement der anderen österreichischen Banken hinsichtlich Spanien und Portugal fällt deutlich geringer aus als bei der KA Finanz – ist aber dennoch vorhanden. Die Erste Bank beispielsweise ist mit 732 Millionen Euro in Spanien und mit 112,6 Millionen Euro in Portugal engagiert. Der Chef der Erste Bank Andreas Treichl ist wie der Gouverneur der Österreichischen Zentralbank guter Dinge: „Spanien hat viele starke Firmen und gute große Banken.“ Viel besorgniserregender sei die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Diesen Optimismus hinsichtlich der Banken teilt nicht einmal mehr die spanische Regierung – und arbeitet fieberhaft an einer Bad Bank (hier).

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick