Schockwelle aus Athen: Zinssätze für südeuropäische Länder steigen

Die Nervosität an den Aktienmärkten spiegelt sich auch im Anleihenmarkt wieder. Vor allem in Griechenland, Spanien und Italien ist die Rendite wider angestiegen, aber auch die Zinssätze für französischen Bonds legten zu.

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„Der Wahlausgang in Griechenland schafft erhebliche Unsicherheit – in erster Linie mit Blick auf das Land und in größerem Umfang hinsichtlich der Vermögenswerte im Euro-Raum“, beurteilten Goldman Sachs Strategen die Situation in einer Notiz an Kunden. Die Frage, inwiefern sich die Europolitik nun verändern muss, angesichts der instabilen Lage in Griechenland und Francois Hollands Reformankündigungen für die Eurozone, wirkte sich entsprechend nicht nur auf die Aktienmärkte (mehr hier), sondern auch auf den Staatsanleihenmarkt aus.

Die Zinssätze in den südeuropäischen Ländern zogen am Montagmorgen erneut an. Für griechische Staatsanleihen kletterten die Zinssätze um 1,48 Prozentpunkte auf 21,33 Prozent. Aber auch Italien und Spanien waren betroffen: Die Renditen für italienische, zehnjährige Bonds stiegen auf 5,71 und für spanische auf 5,81 ProzentKurzfristige spanischen und italienischen Papiere erzielten ebenfalls höhere Zinssätze. Die Rendite erhöhte sich für zweijährige, italienische Bonds um 10 Basispunkte auf 3 Prozent und für italienische Anleihen mit gleicher Laufzeit um 18 Basispunkte auf 3,31 Prozent. „Sollten die Spreads in den Peripherie-Staaten als Antwort auf die Wahlergebnisse steigen, würde die eine noch tiefere Verwundbkeit des Euros zeigen“, sagten Analysten der Citigroup der FT und fügten hinzu, dass die EZB dann gezwungen wäre, bereits im nächsten Monat eine weitere Tender-Runde starten müsste.

Während die Zinssätze für deutsche zehnjährige Anleihen um zwei Prozentpunkte auf 1,56 Prozent fielen – das historische Tief von 1,549 rückt näher – legten auch die Zinsen für Frankreichs 10-Jahres-Anleihen zu: um drei Basispunkte auf 2,87 Prozent. „Keiner dieser neu gewählten Politiker hat tatsächlich die Bücher gesehen, sie könnten schnell feststellen, dass der Schrank leer ist“, sagte Ralph Silva vom Silva Research Network mit Blick auf die Euphorie der neu gewählten Politiker, die glauben, nun alles in den Händen zu halten, um tatsächlich ihre Politik durchsetzen zu können.

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