Schweiz: Internationaler Währungsfonds warnt vor Hyperinflation

Der Internationale Währungsfonds befürchtet, Banken, die sich auf das heimische Geschäft in der Schweiz konzentrieren, könnten durch eine Immobilien- und Kreditblase gefährdet sein. Die Nationalbank sollte daher den Ausstieg aus expansiver Geldpolitik vorbereiten.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt in seinem Jahresausblick 2012 für die Schweiz vor einer Hyperinflation, die von der expansiven Geldpolitik der Schweizer Nationalbank (SNB) ausgehen könnte. Ausserdem steige das Risiko einer Blase am Immobilienmarkt, die heimische Banken in Gefahr bringen könnte: „Mit den lockeren Rahmenbedingungen bei der Währungspolitik, den rasch steigenden Preisen für Hypotheken und Immobilien sowie der wachsenden Sorge, dass sich eine Blase bilden könnte, werden Banken und Versicherungen gefährdet, die sich auf den inländischen Markt konzentrieren“, heisst es im Bericht des Internationalen Währungsfonds.

Die Banken seien zwar im Begriff, die Basel-III-Kriterien umzusetzen, dennoch gebe es noch Verbesserungsbedarf. Im vergangenen Jahr hat sich dem IWF zufolge die Lage der beiden größten Banken – der UBS und der Credit Suisse – verschlechtert, nachdem ein Jahr davor noch eine Entspannung zu verzeichnen war: „Obwohl sie locker die aktuellen regulatorischen Kapitalanforderungen erfüllen, haben diese Banken eine relativ dünne Schicht an hoch qualitativem Kapital, da sich ihr Geschäftsmodell stark auf den Interbankenkredite stützt“, schreiben die Analysten des IWF.

In dem Bericht heisst es weiter, die Einführung des Mindestwechselkurses zum Euro im vergangenen September sei kaum zu umgehen gewesen. Die Massnahme sei zwar nach wie vor angebracht, es brauche aber verstärkt Massnahmen, um ihren negativen Effekten entgegenzuwirken. Denn der Druck auf den Franken wird weiter anhalten. Die SNB wird Devisen ankaufen müssen, um den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro halten zu können. Der IWF rät sich trotzdem bereits einen Weg aus der aktuell massiv expansiven Geldpolitik zurechtzulegen.

Den Mindestwechselkurs zu halten könnte vor allem schwer werden, sollte sich die Krise in der Eurozone weiter verschärfen. Der IWF fürchtet, es könnte erneut zu Anstürmen auf den Franken kommen, weil Investoren die Bereitschaft der SNB prüfen könnten, den Mindestwechselkurs zu halten. Dies würde bedeuten, dass die Nationalbank weiter Devisen aufkaufen müsste, was einen „exzessiven Inflationsdruck“ auslösen könnte, wie ein IWF-Mitarbeiter dem Wall Street Journal sagte.

Der IWF rechnet damit, dass die Schweizer Wirtschaft in diesem Jahr um 0,8 Prozent wachsen wird. Auch 2013 wird das Wirtschaftswachstum nicht das Wachstum von 1,9 Prozent des vergangenen Jahres erreichen, sondern bei etwa 1,7 Prozent stehenbleiben.

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