Spanien: Zinsen explodieren, Regierung schickt Hilferuf nach Brüssel

In Spanien sind die Zinssätze für langfristige Bonds am Mittwoch auf 6,5 % gestiegen. In einer dramatischen Rede vor dem Parlament rief Premier Mariano Rajoy die EU zu Hilfe, weil er fürchtet, dass das Land in Kürze von den Kapitalmärkten abgeschnitten werden könnte.

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Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy hat am Mittwoch in einer dramatischen Rede auf den anhaltenden Anstieg der Zinssätze für Staatsanleihen reagiert. Rajoy sagte: „Es besteht das ernsthafte Risiko, dass uns die Kapitalmärkte kein Geld mehr leihen, und wenn, dann nur zu astronomischen Preisen.“ Später sagte er internationalen Journalisten, dass er hoffe, dass die „EU-Institutionen eine klare und überzeugende Botschaft zur Verteidigung des Euro aussenden werden, und dass sie den Märkten eine Bestätigung geben werden, dass die öffentlichen Schulden in allen europäischen Ländern bedient werden können.“

Die Zinsätze für zehnjährige spanische Staatsanleihen waren am Morgen auf abenteuerlichere 6,5 Prozent gestiegen. Unter Beobachtern ist die 6-Prozent-Grenze der Bereich, ab dem es spätestens unmöglich wird, dass ein Land seinem Schuldendienst nachkommen kann.

Sollte Spanien tatsächlich nicht mehr in der Lage sein, sich auf den Kapitalmärkten zu finanzieren, dann ist eine Rettung durch einen der europäischen Rettungsschirme unausweichlich. Gegenwärtig ist die EU jedoch nicht vorbereitet, eine solche Rettung vorzunehmen, weshalb erwartet wird, dass in diesem Fall die Europäische Zentralbank wieder mit dem Aufkauf von spanischen Papieren beginnen müßte.

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