Gewinneinbruch: Eurokrise erschüttert Indiens Stahlmarkt

Der größte indische Stahlproduzent Tata Steel verbuchte im letzten Quartal 2011 aufgrund der geringen Nachfrage aus der Eurozone einen Gewinnrückgang von 90 Prozent. Deutlich mehr, als erwartet. Und auch das erste Quartal in diesem Jahr setzt den Negativtrend fort.

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Das BIP in der Eurozone stagnierte im letzten Quartal des Jahres 2011 im Vergleich zum Vorjahresquartal, berichtete das europäische Statistikamt Mitte Mai. Dieses fehlende Wachstum hatte für den indischen Stahlmarkt dramatische Folgen. Tata Steel Ltd., der größte indische Stahlproduzent, verbuchte im vierten Quartal des vergangenen Jahres einen Gewinnrückgang um 90 Prozent, berichtete das in Mumbai ansässige Unternehmen. Die Ausweitung der Eurokrise führte zu einer deutlich geringeren, europäischen Nachfrage.

Auch im ersten Quartal 2012 fiel der Nettogewinn von Tata Steel, einschließlich seiner Tata Steel Europe Einheit auf 4,3 Milliarden Rupien. Ein Jahr zuvor lag er noch bei 41,8 Milliarden Rupien und Experten hatten mit einem Nettogewinn von 8,841 Milliarden Rupien gerechnet. Die Stahllieferungen waren im ersten Quartal um 6,5 Prozent zurückgegangen. Die Erträge aus anderen Geschäftsfeldern fielen im ersten Quartal ebenfalls, um 39 Prozent.

Der Trend in der indischen Stahlbranche wird sich vermutlich weiter fortsetzen. Eurofor, eine Lobby-Gruppe der europäischen Stahlindustrie, sprach am 7. Mai von einem Rückgang der der Stahl-Nachfrage von 2,7 Prozent in diesem Jahr in der Europäischen Union. Um die das Wirtschaftswachstum und die Stahl-Nachfrage und in Indien anzukurbeln, hat die Zentralbank nun die Zinsen gesenkt. Die World Steel Association geht davon aus, dass der weltweite Einsatz von Stahl in diesem Jahr lediglich um 3,6 Prozent steigen werde, während er im vergangenen Jahr immerhin noch 5,6 Prozent zulegte.

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