Wegen Schrottpapieren: JP Morgan-Krise droht europäische Banken mitzureißen

Steigt JP Morgan aus dem Geschäft mit faulen Krediten in Europa aus, würden europäische Banken auf ihren Schrottpapieren sitzen bleiben. Dies ist ein großes Problem, weil die Banken immer noch zu viele Schrottpapiere halten.

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In den vergangenen drei Jahren hat die Investmentbank JP Morgan die Anzahl von faulen Krediten, die sie außerhalb der USA gekauft hat, auf das 35-Fache gesteigert. Alleine im vergangenen Quartal kaufte sie Assets für 8,5 Milliarden Dollar. Ende März diesen Jahres hielt sie – Daten der US-Behörden zufolge – Wertpapiere im Gesamtwert von 347 Milliarden Dollar.

Die Schrottpapiere hat JP Morgan vor allem in Europa gekauft. Hier mussten die Banken aufgrund der neuen Auflagen nach dem Ausbruch der Wirtschaftskrise die risikoreichen Papiere verkaufen. Der Markt dafür wuchs von 2,1 Milliarden Dollar im Jahr 2009 auf 47 Milliarden Dollar Ende 2010.

Nun steigt die Angst, dass JP Morgan keine Schrottpapiere aus Europa mehr kaufen könnte. Erst kürzlich erlitt die Investmentbank durch solche Geschäfte einen Verlust von zwei Milliarden Dollar.

„Wenn sie [JP Morgan] aufhören zu kaufen, wäre das äußerst schlecht, weil sie im Moment einer der wichtigsten Käufer [für Hypotheken-Wertpapiere] sind“, sagte Frank Erik Meijer, Chef eines Investmentfonds in Den Haag, dem Nachrichtendienst Bloomberg.

Europäische Banken würden dann nur noch schwer Abnehmer für ihre faulen Kredite finden, die sie weiterhin reduzieren müssen. Dies würde sie erheblich belasten, gelten Kreditderivate doch nach wie vor als großes Problem für das europäische Bankensystem (mehr hier).

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