EU-Gipfel: Ratlose Flucht in eine absurde Bürokratie

Der EU-Gipfel in Brüssel brachte die üblichen Erklärungen und festigte die Frontlinie zwischen Merkel und Hollande. Für die größte Überraschung sorgte Herman Van Rompuy mit einem fast schon surrealen Vorschlag.

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Angela Merkel und Francois Hollande zeigten sich beim EU-Gipfel in Brüssel wenig kompromissbereit. Deutschland ist gegen Eurobonds, Frankreich dafür und will darüber hinaus, dass die EZB noch viel mehr Geld viel unbürokratischer über den Kontinent verteilt.

Zwischen den Streitenden beobachtenen die Griechen ihren armen Übergangspräsidenten Panayiotis Pikrammenos, dem alle immer nur sagten, dass sie lieber hätten, wenn Griechenland im Euro bliebe – dies aber nur ginge, wenn die neue Regierung auf Punkt und Komma an dem mit der Troika vereinbarten Sparprogramm festhielte. Nichts davon kann der gute Mann auch nur im Ansatz beeinflussen.

Herman Van Rompuy jedoch zeigte sich im vollen Saft. Er unterstützte Hollande, verabsäumte jedoch nicht, Merkel gefällig zu sein.

Dies muss auch die Motivation gewesen sein, warum Van Rompuy einen Vorschlag lancierte, der angesichts der nun wirklich drängenden Krise geradezu surreal erscheint. Van Rompuy schlug vor, man solle eine Machbarkeitsstudie für Eurobonds in Auftrag geben. Danach könne man entscheiden, ob man sie wolle.

Dass ein solch grotesker Vorschlag aus dem Reich der absurden Bürokratie überhaupt den Weg in die Öffentlichkeit findet, belegt: Auch auf diesem Gipfel ist ausser Spesen nichts los gewesen.

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