IWF Lagarde: „Kinder in Niger haben Hilfe nötiger als die Menschen in Athen“

Während die Chefin des Internationalen Währungsfonds innerhalb des Fonds immer mehr für Unterstützung für Griechenland kämpfen muss, verärgerte sie nun die Griechen. Sie fühlen sich mit einem Interview verhöhnt.

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Mit einem Interview sorgte die Chefin des Internationalen Währungsfonds für Aufregung in Griechenland. Die britischen Zeitung The Guardian hatte Christine Lagarde gefragt, ob für Griechenland und andere europäische Staaten, die es sich in der Vergangenheit leicht gemacht haben, nun „Zahltag“ sei. Lagarde antwortete: „Das ist richtig“. Außerdem denke sie, dass Kinder im afrikanischen Staat Niger die Hilfe des IWF mehr nötig hätten, als die Menschen in Athen.

Diese Äußerungen sorgte für heftige Reaktionen von aufgebrachten Griechen auf Lagardes Facebookseite. Lagarde relativierte ihre Aussagen nun in einer Presseaussendung, in der sie die Anstrengungen der Griechen durch die Sparmaßnahmen anerkannte.

Der IWF erlebt intern große Spannungen, weil er sich bei den Rettungsversuchen für den Euro so stark engagiert. Vor allem Mitglieder aus Schwellen- und Entwicklungsländern kritisieren, dass sie mit ihren Beträgen zu den Hilfsprogrammen, dem ohnehin reichen Europa helfen müssen. Vor diesem Hintergrund sind wohl auch die jüngsten Aussagen Lagardes zu sehen, die es zuletzt immer schwerer hatte, die Hilfen für Griechenland zu rechtfertigen.

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