Kapitalflucht aus Spanien: 100 Milliarden Euro aus dem Land geholt

Die spanische Bevölkerung und die Unternehmen des Landes beginnen, immer schneller ihr Geld ins sichere Ausland zu schaffen. Im März verließen doppelt so viele Euros das Land wie noch im Monat zuvor. Indes stufte die Ratingagentur Fitch acht autonome Regionen des Landes herab.

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Die Unsicherheit in Spanien nimmt zu: Der hohe Kapitalbedarf der spanischen Bankia, der angeschlagene nationale Bankensektor, die hohe Verschuldung des Landes und der Regionen sowie die stetig steigenden Zinssätze für spanische Anleihen schüren die Angst der Spanier. Mit einer beispiellosen Geschwindigkeit versuchen die Bürger und Unternehmen des Landes, ihr Geld aus Spanien ins Ausland zu bringen.

66,2 Milliarden Euro verließen allein im März das Land (Grafik: El Pais)

66,2 Milliarden Euro verließen allein im März das Land (Grafik: El Pais)

Im März verließen 66,2 Milliarden Euro das Land, so die spanische Zentralbank. Das ist der höchste Betrag seit Aufzeichnungsbeginn 1990, so El Pais. Und es ist auch doppelt so viel wie noch im Monat zuvor. In den vergangenen neun Monaten haben 193 Milliarden Euro das Land verlassen. Allein im ersten Quartal des Jahres 2012 waren es 100 Milliarden Euro, die von den Konten abgezogen wurden.

Zudem hat die Ratingagentur Fitch am Donnerstag acht autonome Regionen in Spanien herabgestuft. Die Kreditwürdigkeit für das Baskenland aber auch Andalusien, Asturien, Madrid, Kantabrien, Murcia, die Kanarischen Inseln und Katalonien wurde gesenkt. Katalonien, das erst vergangene Woche die spanische Regierung aufforderte, den Finanzierungsbedarf der Region zu decken (hier), wurde beispielsweise mit BBB- bewertet – eine Stufe über „Ramsch“-Niveau. Der Ausblick für alle acht Regionen ist negativ.

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