Kapitalzuflüsse treiben deutsche Banken zu hohen Risiken

Während Griechenland einen Rückgang der Einlagen von rund 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat April zu verzeichnen hat, steigen die Einlagen in Deutschland weiter. Ausländische Banken versuchen bereits, Kunden durch höhere Zinsen zu locken und die deutschen Banken wissen nicht, wohin mit dem Geld.

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Deutschland gilt noch immer als der sicherste Hafen der Eurozone und dementsprechend verschiebt sich auch das Kapital in Richtung Deutschland. Bloomberg zufolge sind die Einlagen in Griechenland im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16 Prozent zurückgegangen, aber auch in Spanien und Irland schrumpften die Einlagen. Nimmt man die Einlagen in Spanien, Irland und Griechenland zusammen, so sind diese um 6,5 Prozent zurückgegangen. In Deutschland hingegen stiegen sie Einlagen um 4,4 Prozent auf 2,17 Billionen Euro per 30. April.

„Je länger die Schuldenkrise dauert, desto mehr Mittel werden nach Deutschland fließen“, denkt auch Dieter Hein, Banken-Analyst von Faireserach bei Frankfurt. „Die Menschen halten Deutschland für das sicherste Land der Eurozone.“ Zusätzlich zu dem billigen Geld durch die EZB-Tender versorgen die Einlagen die inländischen Banken mit sehr viel Liquidität. Bei der Deutschen Bank stiegen die Einlagen von September bis März um zusätzliche 5 Milliarden Euro, bei der Commerzbank AG in den ersten drei Monaten des Jahres um rund 7 Milliarden Euro. So stark, dass die Bank für dieses Jahr zur Refinanzierung nicht auf den Anleihenmarkt zurückgreifen muss. Banken außerhalb von Deutschland sehen auch die Möglichkeit, von der wachsenden Liquidität zu profitieren, die Einlagen bei deutschen Niederlassungen ausländischer Kreditgeber sind auf 82,9 Milliarden Euro stiegen ebenfalls. Vor einem Jahr lagen sie noch bei 60,4Milliarden Euro, so die Bundesbank.

Doch die deutschen Banken stehen vor der Herausforderung, mit den neuen Einlagen auch Geld zu verdienen, um die Kosten für die Entgegennahme der Einlagen inmitten extrem tiefer Renditen für deutsche Anleihen zu decken, so der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Schmitz. Die Einlagen sind Philipp Häßler zufolge, einem Bank-Analyst bei Equinet Bank AG in Frankfurt, „volatil“. Das heißt, sie schwanken und sind unsicher, so dass die Banken sie nur in kurzfristige Geschäfte investieren können und sie somit in risikoreichere Geschäfte einsteigen.

Das Problem, dass die Verbraucher durch ihre Einlagen bei deutschen Banken sich zwar sicherer fühlen, aber extrem wenig Zinsen erhalten, versuchen nun ausländische Banken für sich zu nutzen. Neukunden mit 10.000 Euro verfügbaren Geldern erhalten bei BNP Paribas Einheit Cortal Consors Zinsen von 2,4 Prozent für ihre Einlagen ohne Fälligkeit. Bei MoneYou, einer Einheit der Amsterdamer ABN Amro Bank NV erhalten Neukunden 2,55 Prozent. Dies ist deutlich mehr als die 0,25 Prozent bei der Deutschen Bank oder die 0,3 Prozent bei den meisten deutschen Sparkassen.

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