London: Höhenflug für Bankwerte nach BoE-Geldschwemme

Die Ankündigung der Bank of England, den Banken 100 Milliarden Euro als Liquidität zur Verfügung zu stellen, hat an der LSE zu einem Höhenflug der Bank-Aktien geführt. Nachhaltig ist die Aktion freilich nicht.

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Um die Rezession im eigenen Land zu bekämpfen, hat sich die britische Regierung zusammen mit der Zentralbank am Donnerstag dazu entschieden, in das britische Bankensystem mehr als 100 Milliarden Euro zu pumpen. „Wir stehen dem Schuldensturm in der Eurozone nicht machtlos gegenüber“, sagte Finanzminister George Osborne. „Gemeinsam können wir neue Feuerkraft aufbieten, um unsere Wirtschaft vor der Krise vor unserer Haustür zu schützen.“

Die Zentralbanken weltweit bereiten sich zudem schon seit einiger Zeit auch auf einen Ausritt Griechenlands aus dem Euro vor, wie eine Studie der Schweizer UBS zeigt, die 80 Währungsfachleute aus den Zentralbanken befragt hat (mehr hier). Die japanische Zentralbank und auch EZB-Chef Mario Draghi kündigten bereits an, dass die Notenbanken für den Fall des Falles Liquidität bereitstellen könnten.

Der Beschluss sorgte wie erwartet für regelrechte Höhenflüge bei den Bankwerten. Der wichtigste britische Aktienwert, FTSE 100, der die Entwicklung und den Stand der britischen Aktienkurse der 100 größten und umsatzstärksten britischen Unternehmen darstellt, stieg entsprechend. Er legte am Freitagvormittag um 28 Punkte zu. Auch der FTSE Eurofirst 300 Index der Top-Aktien Europas stieg um 0,4 Prozent. Neben RBS, die zwischenzeitlich um 7,25 Prozent stieg, legten auch Barclays (5%) und Lloyds (4,5%) zu. Der MSCI World, der die Entwicklung von weltweiten Aktien widerspiegelt, kletterte um 0,2 Prozent auf 302,99 Punkte. Ein Anstieg von 1,5 Prozent in diesem Monat, nachdem er im Mai um 9 Prozent gefallen war.

Mit nachhaltiger Politik hat die Entscheidung von Donnerstag allerdings recht wenig zu tun. Die Finanzmärkte, die seit Wochen immer schneller und umfangreicher auf die Nachrichtenlage in Europa und die weltweiten Wirtschaftsdaten achten, werden aufgrund dieser Gelddruckerei kein neues Vertrauen in die Politik fassen, wenn sie es denn möchten. Vielmehr ist die Ankündigung von George Osbourne lediglich ein künstlicher Stimulus für die Märkte, die erst am Montag zeigen werden, wie sie die Wahlergebnisse aus Griechenland bewerten.

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