Deutschland: Krisenangst lässt Zinsen für Anleihen rapide steigen

Die Differenzen zwischen Angela Merkel und den anderen Staats- und Regierungschef im Vorfeld des EU-Gipfels bringt Investoren zum Zweifeln. Die durchschnittliche Rendite für zweijährige, deutsche Anleihen stieg zwischenzeitlich um 41 Prozent.

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Der EU-Gipfel in dieser Woche steht unter keinem guten Stern. Die Situation in Griechenland wird außen vorgelassen (Antonis Samaras kann nicht kommen und die Troika hat keinen endgültigen Bericht – hier), Spanien und Zypern schlüpfen unter den Rettungsschirm, die Rendite für spanische und italienische Anleihen steigen wieder und die Differenzen zwischen der deutschen Bundesregierung und den anderen Staats-und Regierungschefs könnten kaum deutlicher zum Vorschein kommen (mehr hier). Die Investoren erwarten eine Zuspitzung der Schuldenkrise und zweifeln an der Fähigkeit der deutschen Wirtschaft, die Folgen der Krise abfedern zu können (hier).

Das verdeutlicht auch der Blick an den Staatsanleihenmarkt. Die durchschnittliche Rendite für zweijährige Bonds stieg heute zwischenzeitlich um mehr als 41 Prozent. Der Zinssatz stieg teilweise auf ein Hoch von 0,11300 Prozent. Zu Beginn des Handelstages lag er bei 0,07200 Prozent. Hedge-Fonds haben bereits damit begonnen, auf einen Ausverkauf der deutschen Anleihen und steigende Zinssätze zu wetten (hier). Aber auch die durchschnittliche Rendite für fünf- und zehnjährige Bonds legte am Dienstag zu.

Zuvor hatten sich die Zinssätze bei einer Auktion von kurzfristigen spanischen Anleihen mehr als verdoppelt (hier). Und auch Italiens Kreditkosten stiegen erneut: Die beim Verkauf von zweijährigen Anleihen erzielte Rendite lag bei 4,7 Prozent und somit so hoch wie zuletzt im Dezember. Zudem sind die italienischen Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren am Anleihenmarkt am Dienstag wieder über die 6-Prozent-Marke gestiegen.

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