Spanien: Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal stärker als zuvor

Spaniens Wirtschaft befindet sich weiter auf dem Weg nach unten. Zwar versichert Wirtschaftsminister de Guindos, dass die Spanien sparen wollen. Der konkrete Beweis steht indes noch aus. Außerdem werden erste Zweifel laut, dass der EFSF die notwendigen 100 Milliarden Euro für Spanien nicht rechtzeitig auftreiben könnte.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos erwartet im zweiten Quartal einen noch stärkeren Rückgang des Wirtschaftswachstums. (Foto: WEF)

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos erwartet im zweiten Quartal einen noch stärkeren Rückgang des Wirtschaftswachstums. (Foto: WEF)

Spaniens Wirtschaft ist im zweiten Quartal noch stärker geschrumpft als im ersten Quartal dieses Jahres. Wirtschaftsminister Luis de Guindos – früher Chef von Lehman Brothers in Spanien – sagte am Sonntag in Navacerrada, er rechne damit, dass der Rückgang des Wachstums „leicht“ höher sein werde. De Guindos versuchte jedoch, die Lage als nicht besonders dramatisch darzustellen. Der Rückgang sei „nicht sehr signifikant“. Zugleich lobte de Guindos den EU-Gipfel, weil dieser eine „Botschaft der Solidarität“ ausgesendet habe. Spanien fühle sich dem Sparen verpflichtet, und werde zeigen, dass seine öffentlichen Finanzen „nachhaltig“ seien.

Genau daran zweifeln Beobachter indessen: Spanien hat zwar einige ambitionierte Sparprogramme verkündet, hat aber dennoch in Brüssel erreicht, dass das Erreichen des Defizitziels um ein Jahr verschoben werden darf. Die Spanier gelten als die eigentlichen Sieger des EU-Gipfels: Denn es ist ihnen auf politischer Ebene gelungen, eine Bankenrettung über den EFSF zu erreichen.

Praktisch wird sich indes erst erweisen müssen, ob die Rettung auch tatsächlich gelingt. Denn de EFSF muss, um die vermutlich notwendigen 100 Milliarden Euro für Spanien aufzutreiben, erst wieder frisches Geld einsammeln. In den vergangenen sechs Monaten war es dem EFSF gelungen, gerade mal etwas mehr als 100 Milliarden Euro einzusammeln. Analysten zweifeln, dass es in einem wesentlich schwierigeren Marktumfeld möglich sein wird, diesen Betrag innerhalb weniger Wochen aufzutreiben. Dies ist jedoch notwendig, um einen Banken-Crash in Madrid zu verhindern.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick