Kampfansage: EU-Finanzmarktaufsicht überprüft Ratingagenturen

Die Ratings der drei großen Ratingagenturen stehen wieder in der Kritik. Die EU-Finanzmarktaufsicht will überprüfen, ob sie für ihre zahlreichen Herabstufungen über ausreichend analytische Ressourcen verfügten. Die EU wappnet sich gegen die US-Agenturen.

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In den vergangenen Monaten sind nicht wenige europäische Länder und Banken durch die drei großen US-Ratingagenturen, Fitch, Moody’s und Standard & Poor’s, herabgestuft worden. Immer wieder wurde die Kritik laut, die Herabstufungen seien nicht nachhaltig und würden die Schuldenkrise nur unnötig verschlimmern. Zuletzt hatten die Länder der EU ein neues Gesetz zur Einschränkung der Macht der Ratingagenturen auf den Weg gebracht. Stimmt das EU-Parlament zu, könnten die Agenturen verklagt werden, wenn sie bei ihrem Länderratings einen Fehler gemacht hat (mehr hier).

Nun hat sich die EU-Finanzmarktaufsicht Esma entschieden, die Ratingagenturen zu überprüfen und zu untersuchen, ob die Methoden der drei Agenturen ausreichend stringent und transparent seien, so Esma Chef Steven Maijoor zur FT. Bank-Ratings beispielsweise seien „sehr wichtig, weil es eine Interaktion zwischen ihnen, den Staats-Ratings und den Staatsanleihen gibt“, erklärt er. Die Massen-Downgrades der europäischen Banken haben “Anlass zur Sorge gegeben, dass es nicht ausreichend analytische Ressourcen“ bei den Ratingagenturen gebe. Auch die Herabstufungen eines ganzen „Blocks könne keine Entschuldigung dafür sein, weniger Zeit dafür aufzuwenden“, so Steven Maijoor. „Es ist noch immer wichtig, dass jedes individuelle Rating das gleiche Maß an Aufmerksamkeit bezüglich der Details und der Analyse erhält“.

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