Trotz Gipfel-Beschlüsse: Investoren weiterhin äußerst pessimistisch

Die jüngsten Gipfel-Beschlüsse bewirken keine wirklich nachhaltige Beruhigung der Finanzmärkte. Mehr als die Hälfte privater und institutioneller Investoren rechnet noch immer damit, dass innerhalb des nächsten Jahres mindestens ein Land die Eurozone verlässt. Neben Griechenland ist auch Deutschland im Visier der Investoren.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Laut einer Umfrage zum Sentix Euro Break-up Risk Index, welche unmittelbar nach den Gipfel – Beschlüssen letzten Freitag durchgeführt wurde, hat sich die Situation in der Eurozone nur unwesentlich verbessert. Befragt wurden hierbei rund 1000 Investoren von denen 55,25 Prozent mit einem Austritt eines Landes aus der Eurozone innerhalb des nächsten Jahres rechnen. Für institutionelle Anleger unter den Befragten ist Griechenland mit 94,5 Prozent der Spitzenkandidat auf einen Euro Austritt. 90,3 Prozent der Privatanleger schätzen dies ähnlich ein und nennen Griechenland als das Hauptproblem der Eurozone.

Unter den weiteren Anwärtern für einen Euro Austritt sticht vor allem Zypern heraus, welches für 25 Prozent der Befragten als potenzielles Austrittsland bezeichnen. Hauptgrund hierfür dürften die anhaltenden Probleme im Banken- und Finanzsektor sein. Auch Portugal bleibt weiterhin ein Sorgenkind der Eurozone was auch 13,34 Prozent der Befragten so sehen.

Interessant ist vor allem, dass Deutschland inzwischen als potenzielles Austrittsland auf Rang drei vorgerückt ist – mit 13,8 Prozent liegt es noch vor Portugal und Spanien, was durchaus mit den Gipfel – Beschlüssen zum ESM und der damit verbundenen Vergemeinschaftung der Schulden in Europa im Zusammenhang steht. Viele Beobachter sehen in der Vergemeinschaftung eine große Gefahr für Deutschland. Gleichzeitig gilt Deutschland als einziges Land, das bei einem Austritt einerseits das Ungleichgewicht in der Eurozone verringern könnte und andererseits keine so heftigen wirtschaftlichen Folgen fürchten müsste wie etwa Griechenland.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick