Italiens Versicherungen mit 310 Milliarden Euro in Risiko-Papieren

Die Euro-Krise bedroht die nationalen Versicherer Italiens. Sie halten Staatsanleihen und Anleihen von Banken in Milliardenhöhe. Die Folgen von Verlusten wären verheerend für die italienischen Versicherten.

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Mario Monti tat gut daran, beim EU-Gipfel auf neue Ansätze bei der Geldvergabe durch den ESM zu beharren. Nicht nur Italiens Premier fürchtet eine Ansteckung vor allem mit Blick auf die Investoren, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ganz genau beobachten. Besonders die italienischen Versicherer bangen um die Stabilität der italienischen Wirtschaft.

Italienische Versicherer halten in ihren Büchern Staatsanleihen im Wert von rund 230 Milliarden Euro, teilte der italienische Versicherungsverband ANIA am Dienstag mit. Weitere 90 Milliarden entfallen auf Unternehmensanleihen – überwiegend von Banken, so der Präsident des Versicherungsverbandes, Aldo Minucci. Die Qualität des Investment-Portfolios der Versicherer hat sich seit der Verschärfung der Schuldenkrise deutliche verschlechtert.

Da Versicherer dazu tendieren vor allem in Staatsanleihen des eigenen Landes zu investieren, ist die Verwundbarkeit angesichts der turbulenten, wirtschaftlichen Lage in Italien für die italienischen Versicherer gravierend. Der größte Versicherer Italiens, Assicurazioni Generali fuhr bereits auf Grund seines Griechenland-Engagements durch den Schuldenschnitt hohe Verluste ein. Ende des Jahres 2011 führte der Versicherer 45,9 Milliarden Euro italienischer Staatsanleihen in seinen Büchern.


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