Krise in Frankreich: Industrieproduktion sinkt drastisch, Peugeot streicht weitere Stellen

Francois Hollande kämpft mit der strauchelnden Wirtschaft. Die Industrieproduktion fiel im Mai um 2,1 Prozent und der französische Autobauer Peugeot will weitere 8.000 Jobs streichen. Die Gewerkschaften bezeichneten die Ankündigung Peugeots als „Kriegserklärung“.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Francois Hollandes Pläne, die Steuern für Reiche und Unternehmen zu erhöhen, dürften in diesen Tagen argwöhnisch beäugt werden. Frankreich muss zusätzliche Milliarden einsparen und die Wirtschaft wird dies wie in Spanien zu spüren bekommen. Die ersten deutlichen Anzeichen gibt es bereits. Im Mai sank die französische Industrieproduktion gegenüber April um 2,1 Prozent. Die Industrie drosselt ihre Produktion.

Dass es aber bereits in der französischen Autoindustrie zu großen Schwierigkeiten gekommen ist, zeigte sich spätestens am Donnerstag bei Peugeot. Das Unternehmen kündigte an, zusätzlich zu der bereits angekündigten Streichung von 6.000 Jobs sollen 8.000 weitere Stellen gekürzt werden. Das Werk in Aulnay bei Paris wird geschlossen. Der Autobauer rechnet mit einem operativen Verlust in der Autosparte in Höhe von 700 Millionen Euro im ersten Halbjahr.

Die Reaktion auf die schlechten Nachrichten folgte prompt. Der französische Premier Jean-Marc Ayrault bezeichnete die Job-Kürzungen als „wirklichen Schock“ für Arbeitnehmer und die Autoindustrie. „Wir können etwas Derartiges nicht akzeptieren“, meldete sich die Sozialministerin Marisol Touraine dem Sender Europe 1. Immerhin habe Peugeot in den vergangenen Jahren vier Milliarden Euro Staatshilfen erhalten. „Das ist Geld, das ohne Ertrag verschwunden ist“, fügte sie hinzu. Man werde sich die Pläne des Autobauers genau ansehen. Die Gewerkschaften bezeichneten Peugeots Ankündigung als „Erdbeben“ und „Kriegserklärung“.

Peugeot selbst gab an, dass man erwarte, der Europäische Markt werde in diesem Jahr um 8 Prozent schrumpfen. Von 2007 bis 2012 sei der Markt bereits um 23 Prozent gesunken.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht vom System und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick