Monti verliert den Kampf: Moody’s stuft Italien herab

Italien wurde von der Ratingagentur Moody’s um ganze zwei Stufen herabgestuft – zwei Noten vor dem Junk-Status. Die schwache heimische Wirtschaft und die Zuspitzung der Schuldenkrise in der Eurozone wurden als Grund angegeben. Weitere Herabstufungen sind nicht ausgeschlossen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Erst kürzlich bemerkte der italienische Premierminister Mario Monti, dass sich sein Land in einem „brutalen Krieg befinde“ und außerhalb Italiens das Vorurteil kursiere, man könne in Italien die Problemen nicht angemessen lösen (hier). Heute so scheint es, wurde Italien in einem ungleichen Gefecht überrascht. Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit des Landes um zwei Stufen herabgestuft. Und der negative Ausblick, den die Ratingagentur gibt, zeigt, dass dem Land noch weitere Downgrades drohen.

Mario Monti ist der Meinung, er hat alles nur Mögliche getan - Moody's sieht da anders. (Foto: EU-Kommission)

Mario Monti ist der Meinung, er hat alles nur Mögliche getan - Moody's sieht da anders. (Foto: EU-Kommission)

Als Grund für das Downgrade gab die Ratingagentur die schwache heimische Wirtschaft Italiens und die sich fortsetzende Zuspitzung der Schuldenkrise im Euroraum an. „Es ist derzeit wahrscheinlicher als noch bei unserem Rating vor fünf Monaten, dass Italien einen weiteren scharfen Anstieg seiner Finanzierungskosten erfahren wird oder gar nicht Marktzugang verlieren wird“, so Moody’s. Deutlich brüchigeres Marktvertrauen, Ansteckungsgefahren, die von Griechenland und Spanien drohen sowie Zeichen dafür, dass die Basis ausländischer Investoren erodiert, nennt die Ratingagentur als Gründe für die höhere Wahrscheinlichkeit.

Die Herabstufung kam nur wenige Stunden vor der nächsten Emission von italienischen Anleihen. Langfristige Anleihen im Wert von 5,25 Milliarden Euro will Italien heute veräußern. Am Sekundärmarkt steigt die Rendite für langfristige Papiere derzeit wieder.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick