Großbritannien: Massiver Anstieg der privaten Verschuldung

Im vergangenen halben Jahr hat sich die Verschuldung der britischen Bevölkerung kontinuierlich erhöht. Neu aufgenommene Kredite und nicht geleistete Rückzahlungen haben zugenommen. Die Konsumenten fürchten eine Begrenzung der Kreditvergabe in den kommenden Monaten.

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Im Verlauf des Monats Mai haben neue ungesicherte Kredite die Rückzahlungen von bereits vergebenen Krediten um 732 Millionen Pfund übertroffen. In den vergangenen sechs Monaten lag diese Differenz bei gerade einmal 403 Millionen Pfund, so die Bank of England. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die neue Aufnahme von Krediten und Kontoüberziehungen zurückzuführen. Hingegen hat die Zahlung mit Kreditkarte lediglich um 70 Millionen Pfund zugenommen.

Die fortschreitende Rezession der britischen Wirtschaft und die Angst vor einer Kürzung der Kreditvergabe durch die Banken haben zum Anstieg der Neuverschuldung beigetragen. Einerseits hat sich die wirtschaftliche Lage etlicher Briten derart verschlechtert, dass sie ihre alltäglichen Rechnungen nicht mehr allein mit ihrem Lohn begleichen können und sich entsprechend verschulden. Andererseits fürchten die Konsumenten in Großbritannien, dass sie möglicher Weise bald keine Kredite mehr erhalten werden. Bereits in den vergangenen Wochen haben die Banken die Voraussetzungen für die Gewährung von Krediten verschärft. Die Banken kämpfen weiter mit der Erhöhung der Eigenkapitalquote und der Kreditklemme am Interbankenmarkt.

Ein Grund für die Zunahme der Verschuldung könnte darüber hinaus auch im englischen Bildungssystem liegen. Bisher musste ein englischer Student Studiengebühren in Höhe von 3.465 Pfund zahlen. Ab September erhöhen sich diese Gebühren auf 9.000 Pfund. Eine Alternative zum Kredit scheint angesichts der anfallenden Kosten von rund 27,000 Pfund bei einer Studienzeit von drei Jahren für Studenten ohne gut betuchte Eltern kaum vorstellbar.

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