Belgien: Öffentliche Verschuldung übersteigt 100 Prozent

Zum ersten Mal seit acht Jahren liegt die öffentliche Verschuldung Belgiens wieder über der 100-Prozent-Marke. Die Schulden des Landes stiegen im ersten Quartal auf 377 Milliarden Euro. Die Kreditwürdigkeit Belgiens steht auf der Kippe – das Banken-Bailout für Spanien dürfte die Finanzlage weiter verschlechtern.

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Belgiens Regierungschef Elio Di Rupo (hier mit Österreichs Werner Faymann) konnte das Defizit seines Landes nicht verringern. (Foto: consilium)

Belgiens Regierungschef Elio Di Rupo (hier mit Österreichs Werner Faymann) konnte das Defizit seines Landes nicht verringern. (Foto: consilium)

Die belgische Regierung steht vor neuen Herausforderungen. Zum ersten Mal seit 2004 sind die öffentlichen Schulden Belgiens höher als der erwirtschaftete Gewinn. Im ersten Quartal wuchs die Verschuldung um 15,6 Milliarden auf 377,3 Milliarden Euro, so die Zeitung De Tijd. Das BIP kletterte im selben Zeitraum lediglich um 2,3 Prozent auf 370,6 Milliarden Euro. Damit liegt die öffentliche Verschuldung des Landes nun bei 101,8 Prozent. Im Vorjahr waren es 98,2 Prozent.

Belgien ist nun das fünfte Euroland, dessen Schulden über 100 Prozent des BIPs liegen. Die durchschnittliche Verschuldung der Euroländer liegt bei fast 90 Prozent. Die belgische Regierung rechnet jedoch damit, dass die Schulden noch in diesem Jahr wieder unter die 100 Prozent fallen werden, die Nationalbank geht von 98,9 Prozent aus. Aber zusätzliche Gelder für die verstaatlichte Dexia und die Hilfe beim Banken-Bailout für Spanien sind weder von der Regierung noch von der Nationalbank mit einberechnet worden. Standard & Poor’s drohte bereits zu Beginn des Jahres mit einer Herabstufung, sollte die Verschuldung die 100-Prozent-Marke durchbrechen.

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