Euro-Krise: Draghi deutet massive EZB-Intervention an

Die Lösung für die Krise ist mehr Europa und nicht weniger, so EZB-Chef Draghi. Zugleich erklärte er, dass die EZB alles tun werde, um den Euro zu erhalten. Damit kündigt er indirekt den Forderungen der vergangenen Tage nach, dass die EZB stärker in die Schuldenkrise einsteige.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Seit der letzten Leitzinssenkung der EZB hat sich die Schuldenkrise dramatisch verschlimmert. Der Druck auf Italien und insbesondere Spanien am Anleihenmarkt ist enorm gestiegen – Spanien droht den Zugang zum Markt zu verlieren. Und die regionalen Umstände in beiden Ländern stellen die Regierungen vor die Herausforderung (hier), selbst finanziell eingreifen zu müssen. Ganz abgesehen davon, dass der Bericht der Troika zu Griechenland katastrophal ausfallen wird (hier).

So wurden in den vergangenen Tagen die Stimmen immer lauter, die ein stärkeres Eingreifen der EZB forderten. Mario Draghi, der EZB-Chef, machte heute bei einer Investment-Konferenz in London deutliche Zugeständnisse. Die Lösung der Krise sei nicht weniger Europa sondern mehr, sagte er. „Im Einklang mit unserem Mandat, ist die EZB bereit, zu tun, was auch immer notwendig ist, um den Euro zu erhalten“, bekräftigte der EZB-Chef. „Und glauben Sie mir, es wird genug sein“.

So wird die EZB aller Voraussicht nach wieder ihr Anleihen-Kauf-Programm beginnen, um die Zinssätze Spaniens und Italiens zu senken. Etliche Ökonomen schließen jedoch auch nicht aus, dass es noch einmal einen Tender oder eine Leitzinssenkung geben könnte.

Kurz nach Mario Draghis Aussage nahm der Euro wieder an Fahrt auf, Spaniens IBEX 35, der die der die 35 wichtigsten spanischen Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung umfasst zog ebenfalls kräftig an. Die Rendite für zehnjährige, spanische Anleihen sank ebenfalls.


media-fastclick media-fastclick