Große Unsicherheit: Banken sichern sich gegen Italien-Pleite ab

Die großen Banken rechnen zunehmend mit einer drohenden Pleite Italiens. Im zweiten Quartal erhöhten sie deutlich ihre Absicherungen für italienische Staatsanleihen, die sich in ihren Büchern finden. Die Ausfallversicherungen für Italien haben deutlich angezogen.

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Sowohl die europäischen als auch die US-Banken setzen zunehmend auf eine Verschlechterung der Situation Italiens. Angesichts der drastischen Worte Montis (mehr hier) ist dies auch durchaus nachvollziehbar – selbst Hollande hat Monti mittlerweile dazu gedrängt, einen Bailout zu beantragen (hier). Ein Rettungspaket für Italien wäre für die Eurozone genauso fatal wie ein spanisches. Nicht nur die öffentliche Verschuldung Italiens ist hoch, auch der italienische Bankensektor schürt die Sorgen (15 nationale Banken wurden kürzlich erst heruntergestuft – hier).

Das Investorenvertrauen ist dem Forschungsinstitut Sentix zufolge weiter gesunken: von minus 29,6 im Juli auf minus 30,3 Punkte im August. Die amerikanischen Banken, aber auch etliche europäische Banken, versuchen sich nun, gegen eine Pleite Italiens abzusichern. Wie die aktuellen Quartalsberichte der Banken JP Morgan, UBS und Credit Suisse beispielsweise zeigen, haben die Geldinstitute im zweiten Quartal ihre Bestände an italienischen Anleihen durch Ausfallversicherungen (CDS) abgesichert.

Innerhalb der vergangenen drei Monate erhöhte etwa JP Morgan seinen CDS-Anteil auf italienische Anleihen von 52 auf 61 Prozent, Credit Suisse von 69 auf 90 Prozent und UBS von 60 auf 62 Prozent. Zudem haben die Wall-Street-Banken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs ihr Engagement in strauchelnden Ländern reduziert, so Bloomberg. Auch vergewissern sich die Finanzinstitute zusätzlich, dass ihre gehaltenen Anleihen dem englischen Gesetz unterstehen. So können sie im Falle eines Schuldenschnitts wie in Griechenland verhindern, dass sie möglicher Weise auch Verluste in Kauf nehmen müssen.

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