Manipulation des Silberpreises: Behörde will Untersuchung einstellen

Großbanken wie JP Morgan sollen in umfangreiche Silbermarkt-Manipulationen verwickelt sein. Nach vier Jahren werden die Untersuchungen der US-Regulierungsbehörde CFTC nun jedoch höchstwahrscheinlich ad acta gelegt. Sehr zum Ärger etlicher Investoren. Diese versuchen es nun mit einer Sammelklage gegen JP Morgan.

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Nachdem sich eine Gruppe von Edelmetall-Investoren 2008 massiv über angebliche Manipulationen am Silbermarkt beschwert hatte, lenkte die amerikanische Commodity Futures Trading Commission eine Untersuchung ein. Nach mittlerweile vier Jahren droht der Fall nun fallen gelassen zu werden. Die US-Regulierungsbehörden schafften es nicht, genügend Beweise zu finden, um ein Verfahren durchführen zu können, berichteten drei Insider der FT.

Zwei externe Beratungsfirmen wurden damals engagiert, von denen eine Firma tatsächlich Unregelmäßigkeiten in bestimmten Bereichen des Termin-Handels feststellte. Die Beratungsfirma wies darauf hin, dass hier eine genauere Analyse notwendig sei – der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fehlten allerdings hinreichende Anhaltspunkte, so eine der Quellen.

Bis jetzt haben die fünf zuständigen Kommissare der Regulierungsbehörde die Ergebnisse der Untersuchungen noch nicht formell und öffentlich mitgeteilt. Dadurch können sie sich zumindest theoretisch die Möglichkeit offenhalten, ihre Mitarbeiter anzuweisen, sich doch tiefer in den Sachverhalt einzuarbeiten. „Die Untersuchung ist noch nicht zum Abschluss gekommen“, sagte ein Sprecher der CFTC.

Die Edelmetall-Investoren dürfte dies nicht freuen. Diese behaupten sogar, dass etwa JP Morgan absichtlich den Silberpreis nach unten drücke. In einem Blog wirft der Newsletter-Verleger Ted Butler dem CFTC sogar vor, es „fahrlässig versäumt“ zu haben, die „offensichtliche Manipulation bei Silber“ zu beenden (auch auf dem Goldmarkt gibt es Manipulation – hier). Insgesamt soll der CFTC mehr als 100.000 Dokumente durchsucht und dutzende Zeugen befragt haben – den Quellen der FT zufolge, sollen sich darunter auch Aufzeichnungen von JP Morgan befinden.

Zudem wurde gegen JP Morgan auf dem Hintergrund der Vorwürfe auch eine Sammelklage eingereicht. Die Bank hat daraufhin den Richter gebeten, die Klage abzulehnen, da die Kläger keinen einzigen Trader hätten identifizieren können, der an einer Manipulation beteiligt war. JP Morgan wollte sich zu den konkreten Vorwürfen jedoch nicht äußern. Eine erste Beendigung der Untersuchung durch den CFTC dürfte der Bank jedoch entgegenkommen.

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