Roubini: Ohne Troika-Aufschub zerfällt Regierung in Griechenland

Die Koalition in Athen könnte zerfallen, wenn das Sparprogramm durch die Troika nicht weiter aufgeweicht wird. Dies gilt aber als äußerst unwahrscheinlich.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Beobachter rechnen bereits damit, dass die Regierungskoalition in Griechenland zerbrechen könnte. Griechenland will weitere Erleichterungen seines Sparprogramms erreichen (mehr hier). Davon soll Premier Antonis Samaras Angela Merkel und Fraçois Hollande in der kommenden Woche überzeugen.

Scheitert dieses Vorhaben, könnte das schwere Folgen für die politische Situation in Griechenland haben: „Gewährt die Troika der griechischen Regierung keine Erleichterung beim Sparprogramm, ist es sehr gut möglich, dass die beiden Koalitionspartner – die Demokratische Linke und die Pasok – aus der Regierung aussteigen. Das würde zu neuen Wahlen führen, die dritten alleine in diesem Jahr“, warnt die Europa-Chefin der Investmentberatung Roubini Global Economics, Megan Greene in einem Kommentar auf dem Ökonomieblog economistmeg.com.

Dass die Troika sich tatsächlich auf einen weiteren Aufschub des Sparprogramms einlässt, scheint äußerst unwahrscheinlich. Immerhin würde dies bedeuten, Griechenland müsste zusätzliches Geld aus Europa benötigen. Dabei hatte der Internationale Währungsfonds erst kürzlich angedeutet, keine weiteren Milliarden für Griechenland mehr bereitstellen zu wollen (mehr hier).

Greene kritisierte auch die Praxis der griechischen Regierung, ihre offenen Rechnungen nicht mehr zu begleichen, um einen finanziellen Polster aufzubauen (mehr hier). Dies würde vor allem der Bereitschaft der Griechen schaden, ihre Steuern zu bezahlen.

Die Ökonomin schließt ihren Kommentar mit einer wenig optimistischen Bemerkung: „Auch wenn im Herbst die Temperaturen in Athen fallen, die soziale, politische und wirtschaftliche Situation wird bestimmt aufgeheizt sein.“

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick