Nach 18 Jahren Verhandlung: Russland ist Mitglied der Welthandelsorganisation

Zuletzt waren die Verhandlungen zur Aufnahme Russlands in die WTO durch den Georgien-Konflikt ins Stocken geraten. Nun ist Russland offiziell Mitglied. Russlands Beitritt werde zweifellos das multilaterale Handelssystem stärken, begrüße der WTO-Direktor den Fortschritt.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: EU-Kommission will ehemalige Peugeot-Mitarbeiter mit 11,9 Millionen Euro unterstützen

Etwa 18 Jahre nach ihrem Aufnahmeantrag ist die Energiegroßmacht Russland nun offiziell Mitglied Nr. 156 in der Welthandelsorganisation WTO. Russland war bisher die einzige große Volkswirtschaft, die noch nicht der WTO angehörte. Zuletzt sorgte der Georgien-Konflikt von 2008 für Probleme bei der Aufnahme. In Russland selbst ist die Mitgliedschaft umstritten, da das Land nun beispielsweise seine Einfuhrzölle senken und die Subventionen reduzieren muss. Dadurch könnten Produkte aus dem Ausland konkurrenzfähiger auf dem russischen Markt werden. Russische Unternehmen fürchten Verluste. Allerdings kann durch den Beitritt das Vertrauen ausländischer Investoren gestärkt werden. Dies werde zweifellos das multilaterale Handelssystem stärken, begrüßte WTO-Direktor Pascal Lamy Beitritt Russlands.

„Ich freue mich, dass der russische WTO-Beitritt nun offiziell vollzogen ist. Deutschland hat ihn stets unterstützt“, kommentierte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler den Schritt in einem offiziellen Statement. Russland sei einer der wichtigsten Handels- und Wirtschaftspartner für Deutschland. „Der WTO-Beitritt wird sowohl Marktzugang als auch Rahmenbedingungen in Russland verbessern und die angestrebte Modernisierung der russischen Wirtschaft vorantreiben.“ Wichtig sei jedoch auch, dass das Land seine eingegangenen Verpflichtungen zügig und in vollem Umfang umsetze. 2011 war Russland auf Rang elf der deutschen Handelspartner. Die Importe aus Russland beliefen sich auf 41 Milliarden Euro und die deutschen Exporte auf mehr als 34 Milliarden Euro.

Aber auch für die EU kann von dem Beitritt Russlands profitieren. Mit Importen aus der EU im Wert von 108 Milliarden Euro ist Russland immerhin der drittgrößte Handelspartner der EU. Umgekehrt war die EU 2011 Russlands größter Handelspartner. Vor allem russisches Öl und Gas trugen zu Import russischer Waren im Wert von 200 Milliarden Euro bei.

Weitere Themen

Wegen Insolvenz: Solarfirma schmeißt alle Mitarbeiter raus
Bank of England: Deutschland trifft Mitschuld an der Krise, muss Anleihenkäufe der EZB erlauben
Rothschild wettet mit 200 Millionen Dollar gegen den Euro

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick