Wieder Schießerei in Manhattan: Arbeitsloser ermordet seinen Ex-Kollegen

Jeffrey Johnson und Steven Ercolino arbeiteten mehrere Jahre zusammen – verstanden hatten sie sich nie. Als der Umsatz zurückging, wurde Johnson gefeuert. Vermutlich aus Frust und Hass gegenüber seinem Ex-Kollegen lauerte er diesem vor seinem alten Arbeitsplatz nahe des Empire State Buildings auf und erschoss ihn. Bilanz nach dem Einsatz der Polizei: zwei Tote und mehrere Verletzte.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

„Ich sah ihn eine Waffe aus seiner Jacke ziehen und ich dachte mir, ‚Oh mein Gott, er wird auf ihn schießen’“, beschrieb Irene Timan der New York Times die Szene, die sich am Freitagmorgen vor dem Empire State Buidling abspielte. „Ich wollte mich umdrehen und Steve aus der Schusslinie bringen, aber es war zu spät. Steve schrie und ich drehte mich um und lief.“ Steve, Steven Ercolino, wurde von seinem Ex-Kollegen Jeffrey Johnson erschossen. Kurz darauf lieferte sich die Polizei einen Schusswechsel mit dem Täter. Dabei wurde Jeffrey Johnson erschossen und neun weitere Menschen verletzt. Alle neun Menschen sollen CNN zufolge durch Schüsse der Polizei verletzt worden.

Neun Menschen wurden verletzt und zwei inklusive des Täters starben, bei der Schießerei beim Empire State Building.

Neun Menschen wurden verletzt und zwei inklusive des Täters starben, bei der Schießerei beim Empire State Building.

Der Täter, Jeffrey Johnson, und Steven Ercolina arbeiteten beide seit 2005 bei der Firma Hazan Importe, die Handtaschen und Gürtel verkauft. Der 58-jährige Jeffrey Johnson war als Designer angestellt. Ehemalige Mitarbeiter bezeichneten ihn auf Nachfrage der New York Times als exzentrisch und detail-versessen. Er selbst erzählte, er sei in Vietnam gewesen, ein Beamter der Strafverfolgungsbehörden sagte, Jeffrey Johnson habe bei der Coast Guard gedient. Steven Ercolino arbeitete bei dem Unternehmen als Vize-Präsident des Vertriebs.

Der Eigentümer der Firma, Ralph Hazan hatte die Mitarbeiterin Irene Timan darauf hingewiesen, dass Jeffrey Johnson unter einer post-traumatischen Belastungsstörung leidet, woraufhin die Kollegen vorsichtig im Umgang mit ihm waren. Steven Ercolino nahm darauf keine Rücksicht, so Irene Timan zur New York Times. Immer wieder gab es kleine Rangeleien zwischen Johnson und Ercolino.

Als der Umsatz der Firma zurückging, wurde Jeffrey Johnson vor etwa zwei Jahren entlassen. „Es gab keine Drohungen, nichts von alledem“, erinnert sich Irene Timan. Er wollte nur seinen Computer mitnehmen. Monate nach seiner Entlassung im April 2011 hatte Jeffrey Johnson ohne genauen Grund bei seinem ehemaligen Arbeitnehmer vorbei geschaut und traf dort wieder auf Steven Ercolino. Als Steven Ersolino den Aufzug verließ, ging Jeffrey Johnson an ihm vorbei und versetzte ihm einen Hieb mit dem Ellenbogen. Steve Ercolino soll ihn dann, so Irene Timan, am Hals gepackt und gesagt haben: „Wenn du so etwas noch einmal machst, werde ich dich töten“. Beide Männer gingen daraufhin unabhängig voneinander zur Polizei und meldeten den Vorfall.

Lange Zeit geschah nichts mehr dieser Art. Bis zum Freitag vergangener Woche. Jeffrey Johnson verließ wie jeden Morgen seine Wohnung in dem Anzug, den er immer trug, und lauerte Steve Ercolino in der der Nähe der Fifth Avenue beim Empire State Building auf. Irene Timan hatte Steve Ercolino gesehen und wollte mit ihm gemeinsam zur Arbeit gehen. Kurz darauf entdeckte sie Jeffrey Johnson, der zu schießen begann. „Er fing an zu schießen und wollte nicht aufhören“, erklärte sie.

Unterdessen wird Kritik an der New Yorker Polizei laut: Berichten von CBS und dem Guardian zufolge sollen die verletzten Passanten von Kugeln der Polizei getroffen worden sein. Vor einigen Wochen war es auf dem Times Square zu einer Schiesserei gekommen, bei der die Polizei einen Mann mit einem Messer erschoss. Bei diesem Zwischenfall wurde wie durch ein Wunder keiner der Passanten verletzt (mehr dazu – hier).

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht vom System und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick