Österreich: Staatliche Hilfe auch für Privatbanken

Über sogenanntes Partizipationskapital können österreichische Banken ihr Eigenkapital aufbessern. Dies können auch Banken in Anspruch nehmen, die nicht verstaatlicht wurden.

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Die österreichischen Banken reagieren auf die Probleme in den südosteuropäischen Märkten und auf die Folgen der Krise in der Eurozone. Sie bauen ihre Kapitalstruktur offenbar umfassend um: „Es gibt eine klare Umverteilung der Anlage-Portfolios. Die Banken haben in der Vergangenheit Portfolios von Anlagewerten angehäuft, die nicht Teil ihres Kerngeschäfts sind und diese werden nun abgestoßen“, sagte Helmut Ettl von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) vor Journalisten beim Europäischen Forum Alpach. Die Banken würden nun daran arbeiten, ihr Kapital zu optimieren, sagte Ettl.

Das Finanzministerium greift den Banken bei der Umstrukturierung mit sogenanntem Partizipationskapital unter die Arme. (Foto: BMF)

Das Finanzministerium greift den Banken bei der Umstrukturierung mit sogenanntem Partizipationskapital unter die Arme. (Foto: BMF)

Die Österreichische Volksbanken AG, die kürzlich teilweise verstaatlich wurde, hat sich bereits von einigen belasteten Anteilen getrennt. Dazu gehörten unter anderem ihr Beteiligungen in Osteuropa. Wie der Nachrichtendienst Bloomberg berichtet, könnte sich auch die Bawag Psk, die zum Cerberus-Konzern gehört, von ihrer Leasing-Abteilung trennen. Dies sollen Informanten aus dem Bankumfeld Bloomberg mitgeteilt haben.

Um ihr Eigenkapital schneller verstärken zu können, haben einige Banken sogenanntes Partizipationskapital aufgenommen. Dabei handelt es sich um staatliches Kapital in zwei Kategorien: Banken die als gesund eingestuft werden, müssen solange sie Partizipationskapital der Republik halten jährlich eine Dividende von mindestens 9,3 Prozent ausschütten und nur ausnahmsweise auf 8 Prozent reduziert werden kann, wenn danach 110 Prozent des ursprünglichen Kapitals zurückgezahlt werden und das neue Kapital einen bestimmten Anteil von Privatkapital aufweist. Während eine Bank Partizipationskapital hält, darf sie an andere Anteilhaber keine Dividenden über 17,5 Prozent ausschütten.

Angeschlagene Banken dürfen hingegen gar keine Dividenden ausschütten, wenn sie über staatliches Partizipationskapital verüfgen.

Partizipationskapital haben Bawag, Erste Group Bank AG und Raiffeisen Bank International AG aufgenommen. Ettl zeigte sich aber zuversichtlich, dass diese Banken die Staatsgelder zurückzahlen werden, sobald die Umstrukturierung des Kapitals erfolgt ist, zitiert Bloomberg den Vizechef der FMA.

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