Rezession in Griechenland verschärft sich

Die griechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal noch stärker gesunken als angenommen. Das verschlechtert die Situation der Regierung immens vor allem angesichts des bevorstehenden Troika-Berichts. Die Regierung hofft nun darauf, EU-Ratspräsident van Rompuy bei seinem heutigen Besuch von der Notwendigkeit einer Lockerung des Sparprogramms überzeugen zu können.

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Die Nachrichten der griechischen Statistikbehörde an diesem Tag sind alles andere als aufbauend. Die Talfahrt der griechischen Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal noch beschleunigt. Das BIP ist preisbereinigt auf jährlicher Basis um 6,3 Prozent gefallen. Das ist noch stärker als die vorläufigen Schätzungen von 6,2 Prozent Kontraktion. Im ersten Quartal lag der Rückgang bereits bei 7,5 Prozent. Somit hat sich die Rezession in Griechenland noch verschärft.

Die Konsumausgaben sanken der Behörde zufolge um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und die Bruttoanlageinvestitionen gingen sogar um 19,4 Prozent zurück. Was dafür spricht, dass die griechischen Unternehmen weiter ihre Produktion zurückfahren werden.

Die schwierige Lage der griechischen Wirtschaft, die von dem Sparprogramm der Regierung zusätzlich geschwächt wurde und auch nach der Verabschiedung des neuen 11,6 Milliarden-Sparpakets zusätzlich unter Druck geraten wird, wirkt sich auch auf die Staatseinnahmen aus. Die Steuereinnahmen werden deutlich zurückgehen, so dass der Abbau des Defizits ebenfalls ins Wanken geraten wird.

Zwar versucht die griechische Regierung, zumindest eine zeitliche Lockerung bei der Umsetzung des Sparprogramms zu erreichen, doch der erwartete Troika-Bericht verheißt nichts Gutes. Nun setzen die Griechen ihre Hoffnungen auf den heutigen Besuch des EU-Ratspräsidenten Herman van Rompuy.

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