Spanien: Währungsunion beschleunigt Kapitalflucht

Die extreme Unsicherheit im Falle Spaniens hat dafür gesorgt, dass die Kapitalabflüsse im letzten Quartal noch deutlicher angestiegen sind. Ohne den Euro befände sich Spanien bereits in einer großen Währungskrise, so die Investmentbank Nomura.

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Die Kapitalflucht in Spanien ist derzeit schlimmer als in den 90er Jahren in Indonesien, welches eines der am stärksten von der asiatischen Finanzkrise getroffenen Länder war. Zu diesem Schluss kommt die Investmentbank Nomura in einer Analyse. Auf Basis der vergangenen drei Monate entsprachen die Portfolio- und Investmentabflusse aus Spanien 52,3 Prozent des BIP – in Indonesien waren es damals 23 Prozent – schrieb Jens Nordvig von Nomura in einer Notiz an die Kunden der Bank.

Ohne die einheitliche Währung und die Ströme von der EZB würde Spanien bereits in einer großen Währungskrise stecken, zitiert CNBC Jens Nordvig aus seiner Notiz. „Die breit angelegte Natur der Kapitalflucht, die sowohl Bankenforderungen als auch Wertpapiere betrifft, rührt sowohl von spanischen Einwohnern als auch von Staatsbürgern anderer Länder.“ Dies schüre ernste Bedenken über die Auswirkungen für die Stabilität des Bankensektors und das wirtschaftliche Wachstum.

Aber nicht nur die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes und die Verschuldung spielen bei dem Kapitalabfluss eine Rolle, sondern auch, dass die gemeinsame Währungsunion solch große Kapitalbewegungen erst ermöglicht, so Nordvig. Das hohe Ausmaß der Kapitalflucht in Spanien erhöhe zudem die Wahrscheinlichkeit, dass Spanien nicht mehr lang ohne einen wirklichen Bailout auskommen werde, heißt es in der Notiz.

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