Deutschland: Zinsen für kurzfristige Anleihen weiter negativ

Trotz der angekündigten EZB-Intervention zahlen Investoren noch immer dafür, dass sie ihr Geld in deutsche Staatsanleihen anlegen können. Die Wirkung der Intervention wird nicht überbewertet. Die Nachfrage war gut, wenngleich die Rendite für die Papiere leicht angezogen hat.

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Aktuell: ESM gerät immer stärker ins Visier

Die Entscheidung des EZB-Rates, unbegrenzt Anleihen am Sekundärmarkt kaufen zu wollen, hat die Zinssätze für italienische und spanische Papiere zunächst einmal gesenkt. Doch der Draghi-Effekt wird schnell wieder verpuffen. Die Investoren haben in Folge der Krise gelernt, dass die bisherigen Maßnahmen meist nicht zu einer wirklichen Lösung des Problems beigetragen haben – im Gegensatz, selbst Deutschland gerät aufgrund seines großen Engagements zunehmend ins Visier der Ratingagenturen. Ganz abgesehen davon, dass die EZB nicht wie in Aussicht gestellt, auf ihren bevorzugten Gläubiger-Statur verzichten kann, ohne die Verträge zu brechen (hier).

Aus diesem Grund finden besonders kurzfristige, deutschen Anleihen trotz negativer Rendite weiter Abnehmer. Die Nachfrage nach den heute emittierten sechsmonatigen Anleihen war zufriedenstellend, die Auktion war 1,5-fach überzeichnet. Kurzfristige, deutsche Anleihen sind auch mit Blick auf Deutschlands großem Engagement in der Schuldenkrise eine als sicher empfundene Anlage, dafür zahlen die Investoren auch, um ihr Geld anzulegen. Die Zinssätze für die Anleihen liegen noch immer im Negativbereich. Allerdings sind sie gegenüber der letzten Auktion dieser Art von Minus 0.05 auf Minus 0,0147 gestiegen.

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