Rezession lässt italienische Zinsen wieder steigen

Im zweiten Quartal hat sich die Rezession in Italien weiter verschärft. Und schon sorgen die schlechten Wirtschaftsdaten für einen Anstieg der italienischen Refinanzierungskosten. Der Draghi-Effekt scheint nicht wirklich einzusetzen, auch die spanischen Renditen ziehen wieder an.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die EZB-Entscheidung vom Donnerstag kann die schlechte wirtschaftliche Lage in vielen Euro-Ländern nicht unter den Tisch kehren. Wie das nationale Statistikbüro Italiens, ISTAT, am Montag mitteilte, ist die italienische Wirtschaft im zweiten Quartal stärker geschrumpft als zunächst angenommen. Statt 0,7 Prozent Kontraktion rechnet die Behörde nun mit einem Schrumpfen um 0,8 Prozent. Damit wäre das italienische Wirtschaftswachstum 2,6 Prozent kleiner als noch vor einem Jahr. Die Nachfrage im Inland ist um 1 Prozent gesunken, die Importe fielen um 0,4 Prozent.

Erst am Wochenende bekräftigte Mario Monti, dass sein Land keine EZB-Hilfe benötige. Doch die Rezession in der italienischen Wirtschaft kann das schnell ändern.

Erst am Wochenende bekräftigte Mario Monti, dass sein Land keine EZB-Hilfe benötige. Doch die Rezession in der italienischen Wirtschaft kann das schnell ändern.

Die schlechten Wirtschaftszahlen bescherten den Italienern gleich zu Beginn der Woche einen erneuten Anstieg der zuvor gefallenen Zinssätze. Die Rendite für zehnjährige Anleihen stieg am Vormittag um 2,77 Prozent auf 5,193, die für fünfjährige um 4,51 Prozent auf 3,999 Prozent und die zweijährigen um 7,67 Prozent. Aber auch die Renditen für spanische, deutsche, niederländische und portugiesische Anleihen unterschiedlicher Laufzeiten kletterten am Montagmorgen wieder nach oben.

Sowohl Mario Monti (hier) als auch Spaniens Premier Mariano Rajoy machten erst am Wochenende deutlich, dass die noch keine Hilfe durch die EZB benötigten (hier) – angesichts der steigenden Zinssätze könnte sich das aber wieder schnell ändern. Wenn Spanien „gezwungen sein wird, sich für das Anleihen-Kaufprogramm der EZB zu bewerben, wird auch Italien das müssen“, kommentiert Nick Spiro von Spiro Sovereign Strategy die Lage am Anleihenmarkt aus der Sicht der Investoren. Zumal fragwürdig ist, ob die Ankündigungen der EZB-Beschlüsse überhaupt in vollem Umfang durchsetzbar sind (mehr hier).

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick