Kriegsgefahr in China: Proteste gegen Japan eskalieren

Wegen eines Gebietsstreits um Inseln im ostchinesischen Meer haben Demonstranten in China japanische Einrichtungen angegriffen und angezündet. Während in vielen Teilen Chinas die Proteste gegen Japan eskalieren, ist der designierte japanische Botschafter für China auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen.

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In China sind wegen eines Streits um eine unbewohnte Inselgruppe im ostchinesischen Meer heftige Proteste gegen Japan ausgebrochen. Chinesische Demonstranten drangen in einigen Regionen in Fabriken japanischer Firmen ein und randalierten dort. Autogeschäfte japanischer Hersteller wurden in Brand gesetzt und die japanische Botschaft in Peking wurde belagert. Die Polizei musste Tränengas und Wasserwerfer einsetzen, um die Demonstranten in Schach zu halten. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Wegen dieser Inseln fordern viele Chinesen Krieg gegen Japan. In China heißen sie Diaoyu, in Japan werden sie Senkaku-Inseln genannt. (Foto: wikimedia/Behbeh)

Wegen dieser Inseln fordern viele Chinesen Krieg gegen Japan. In China heißen sie Diaoyu, in Japan werden sie Senkaku-Inseln genannt. (Foto: wikimedia/Behbeh)

Die Proteste waren ausgebrochen, nachdem Japan die Diaoyu-Inseln von ihren privaten Besitzern aufgekauft hatten. Japan erhebt Gebietsansprüche auf die unbewohnten Inseln. Die chinesische Marine schickte Schiffe zur Beobachtung ins ostchinesische Meer. Unterdessen fordern die Demonstranten von ihrer Regierung ein härteres Vorgehen gegen Japan. Sie wollen, dass Japan der Krieg erklärt wird.

Die japanische Regierung forderte China auf, den Schutz ihrer Landsleute sicherzustellen. Der Konflikt wird von einem mysteriösen Todesfall weiter angeheizt. Denn der designierte oberste japanische Botschafter in China, Shinichi Nishimiya, starb am Sonntag in Tokio nachdem er drei Tage früher ohne erkennbaren Grund zusammengebrochen war. Er hätte in Kürze die Vertretung Japans in China übernehmen sollen. Nun wird der merkwürdige Tod des Diplomaten untersucht.

Die Proteste in China könnten sich noch mindestens bis Dienstag fortsetzen. Traditionell gedenken die Chinesen nämlich am 18. September den Opfern der japanischen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Damals wurden Millionen Chinesen von japanischen Truppen getötet.

Der Dissident und Künstler Ai Weiwei beobachtete die Demonstrationen vor Ort und unterstellt der chinesischen Führung, selbst hinter den Unruhen zu stecken. In China würden Proteste nie von der Bevölkerung organisiert, daher vermutet er, die Regierung habe die Demonstrationen selbst inszeniert.

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