Griechenland: Jeder vierte Kredit wird nicht mehr bedient

Das Volumen der Kredite, die in Griechenland bereits geplatzt sind oder nur verzögert zurückgezahlt werden, hat einen Rekordwert erreicht. Die Regierung versucht mit neuen Gesetzen gegen die faulen Kredite vorzugehen, verschärft damit jedoch die Lage der Banken, die damit wieder mehr Geld vom Staat benötigen.

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Jeder vierte Kredit in Griechenland platzt oder wird nicht rechtzeitig zurückgezahlt. 25 Prozent der griechischen Kredite ist mit seinen Rückzahlungen mindestens drei Monate in Verzögerung. Damit erreichen die faulen Kredite ein Rekordvolumen von 57 Milliarden Euro. Dies berichtet die Zeitung Kathimerini.

Den größten Teil der faulen Kredite machen Verbindlichkeiten von Unternehmen aus: Bei einem Drittel aller verzögerten Kredite sind Unternehmen die Schuldner. Gefolgt werden die Unternehmen von Immobilienhypotheken, die 26 Prozent ausmachen. Weitere 30 Prozent entfallen auf ungedeckte Kreditkartenrechnung und Konsumentenkredite.

Der drastische Anstieg der geplatzten Kredite hat zwei erhebliche Auswirkungen: Zum einen müssten die Banken mit mehr ausfallenden Krediten auch mehr Kernkapital vorweisen können, um das Risiko ausgleichen und den europäischen Standards entsprechen zu können. Dies könnte die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treiben, weil die Banken noch mehr Finanzierungsbedarf haben.

Zum anderen ist das griechische Bankensystem damit nun vollständig von der Europäischen Zentralbank abhängig. Sie muss die Liquidität bereitstellen, um das griechische Bankensystem aufrecht zu erhalten.

Für private Schuldner könnte diese Entwicklung einen ewigen Schuldendienst brigen. Die Regierung arbeitet nämlich schon an einer Regelung, welche die Rückzahlung von Krediten auf bis zu 40 Jahre hinauszögern könnte.

Ein weiteres Gesetz soll die Raten zur Rückzahlung um 30 Prozent senken. Beobachter kritisieren, dies würde für die Schuldner einen Anreiz schaffen, ihre Kredite nicht ordnungsgemäß zu bedienen.

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