Neue EU-Pläne: Gefahr für Deutsche Bank, Commerzbank

Standard & Poor‘s droht die Bonität der Deutschen Bank um zwei Stufen herabzusetzen. Die Deutsche Bank wäre mit am schwersten von der Umsetzung der EU-Pläne zur Bankenregulierung betroffen, heißt es. Demnach sollen alle Handelsaktivitäten deutscher Banken künftig mit Eigenkapital abgedeckt werden. Dies würde den gesamten Finanzstandort Deutschland belasten.

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Bislang müssen Handelsaktivitäten deutscher Banken noch nicht mit Eigenkapital abgesichert werden. Das verschafft dem deutschen Bankensektor einen Wettbewerbsvorteil. Nach Plänen der EU sollen die Handelsaktivitäten künftig jedoch vom Bankengeschäft abgetrennt werden.

Sollte dies geschehen, will amerikanische Rating-Agentur Standard & Poor’s die Bonität der  Deutschen Bank um bis zu zwei Stufen herabsetzen. „Die Ratingimplikationen für die Handelseinheit könnten negativ sein, weil dieser Bereich vermutlich eine weniger stabile und teurere Refinanzierungsbasis haben wird und der Risikoausgleich aus dem traditionellen Bankgeschäft geringer sein dürfte“, sagte Stefan Best, Bankenexperte von S&P, der FTD. Ein sinkendes Rating würde die Zinsangebote der Deutschen Bank in die Höhe treiben und ihre Wettbewerbschancen schmälern.

Darüber hinaus genießen die Großbanken, wie die Deutsche Bank, derzeit noch den Vorteil, dass Standard and Poor’s davon ausgeht, der Staat würde im Notfall den Banken unter die Arme greifen. Ohne diese Vorannahme würde das Rating der Deutschen Bank schon jetzt zwei Stufen niedriger sein, so Stefan Best (vor allem dürfen europäische Banken noch immer Sicherheiten hinterlegen, die sonst als Risiken abgelehnt werden würden – mehr hier) .

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) sieht sogar Gefahren für die Stabilität des gesamtdeutschen Finanzstandorts. „Durch die organisatorische Abtrennung aller Handelsaktivitäten von Universalbanken werden die Möglichkeiten der bankinternen Risikostreuung beschränkt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die deutschen Banken müssten erneut Eigenkapital aufstocken.

In den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich bestehe bereits ein Trennbankensystem. Die Banken in Deutschland haben jedoch traditionell einen Kredit- sowie einen Handelssektor und werden daher auch als Universalbanken bezeichnet. Die DK sieht in der Einführung eines Trennbankensektors eine „Schwächung des Wirtschaftsstandorts Deutschland im internationalen Wettbewerb“, was mit einem Verlust von Arbeitsplätzen einhergehe.

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