USA: Top-Manager Welch wirft Obama Fälschung der Arbeitslosen-Zahlen vor

Nach dem überraschenden Rückgang der Arbeitslosigkeit hat GE-Legende Jack Welch Präsident Barack Obama eine Fälschung der Zahlen vorgeworfen. Die Regierung verteidigte die Statistik-Behörde. Es ist das erste Mal, dass ein Top-Manager offiziell solch einen gravierenden Vorwurf erhebt.

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Bisher wurde die Frage, ob die US-Regierung die Arbeitslosenzahlen manipuliert, eher nur abseits der großen politischen Bühne diskutiert – dort freilich schon seit langem und meist mit guten Argumenten (der Investor Charles Biderman ist einer der Experten – hier).

Nun hat erstmals ein Top-Manager das Thema aufgegriffen: Über Twitter empörte sich der ehemalige CEO von GE, Jack Welch, das Wahlkampfteam Barack Obamas hätte die Arbeitslosenzahlen gezielt herabgesetzt. Welch schrieb: „Unglaubliche Arbeitslosenzahlen. Diese Chicago-Jungs schrecken vor nichts zurück. Wenn man nicht argumentieren kann, muss man die Zahlen eben ändern“. Das Bureau for Labor Statistics (BLS) hatte am Freitag bekanntgegeben, dass die Arbeitslosenzahl im September überraschend auf 7,8 Prozent gesunken war.

Welch’s Kritik basieren auf eigenen Wirtschaftsbeobachtungen, wie der Sender CNBC berichtete. Demnach suggeriere die Arbeitslosenquote des (BLS) ein Wachstum des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes um fünf Prozent. Welch hält diese Entwicklung für „unmöglich“. Ein Sprecher der Regierung wies die Vorwürfe zurück und sagte, das BLS erstelle die Zahlen seit vielen Jahren mit denselben verlässlichen Methoden.

Welch wurde von den Medien prompt für seine Attacke kritisiert. Auf CNN wurde er interviewt, und ein Redakteur sagte, die Behauptung sei so, also würde man ohne Beweise behaupten, Barack Obama sei kein amerikanischer Staatsbürger. Welch blaffte zurück, räumte aber ein, er hätte hinter seinen Tweet ein Fragezeichen setzen sollen.

Die Republikaner reagierten verhalten auf die Kritik von Welch – wohl auch, weil sie selbst jahrelang alles unternommen haben, um die Arbeitslosenzahlen in einem guten Licht erscheinen zu lassen. Senator John McCain relativierte die Anschuldigungen, er sei kein Wirtschaftsexperte und könne daher keine professionelle Stellungnahme über die Verlässlichkeit der Zahlen liefern, sagte McCain der CNBC.

Immerhin meldete auch die New York Times, eigentlich eine verlässliche Verbündete von Obama, Zweifel am Zustandenkommen der Zahlen an. Allerdings schrieb ein Kommentator, es sei unwahrscheinlich, dass etwas niedrigere Arbeitslosenzahlen einen entscheidenden Einfluss auf den Wahlkampf haben sollten.


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