Zypern: Ratingagentur stuft Anleihen als hochspekulativ ein

Die ausufernden Probleme im zypriotischen Bankensektor, die internationale Finanzhilfen notwendig machen, seien Grund für die Herabstufung, so Moody's. Das schlechte Rating wird die Zinskosten für das Land erhöhen und die Not, endlich eine erste Tranche von den internationalen Gläubigern vergrößern.

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Zypern befindet sich noch immer in Verhandlungen mit der Troika. Und diese können sich in der Tat noch eine Weile hinziehen. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für ein Rettungspaket hatte die zypriotische Regierung abgelehnt (hier) und die Verhandlungsposition gegenüber den internationalen Gläubigern ist geschwächt (mehr hier). Selbst der Trumpf bezüglich eines bilateralen Kredits von Russland wurde überschätzt (Russland knüpft seinen Kredit an Zypern an die Bedingungen der EU – hier).

Der angeschlagene zypriotische Bankensektor, der von den Entwicklungen in Griechenland – vor allem auch dem Schuldenschnitt – stark betroffen war, ist Grund genug für Moody’s die Kreditwürdigkeit des Landes nun von Ba3 auf B3 herabzustufen. Damit gelten die zypriotischen Papiere nun als hochspekulativ. Dadurch drohen sich die Zinskosten für das Land weiter zu erhöhen, was die Dringlichkeit bezüglich einer Einigung mit den internationalen Gläubigern erhöht.

Um die nationalen Banken weiterhin mit genügend Kapital ausstatten zu können, werde die zypriotische Regierung wahrscheinlich finanzielle Hilfe zur Verfügung stellen müssen. Dies werde nachhaltig die Schuldenlast des Landes bedrohen, begründet Moody’s die Herabstufung. Zudem verringern die Schwierigkeiten im Bankensektor „das inländische Kreditwachstum und schränken das Wachstumspotential des Landes stark ein“. Das wiederum werde die wirtschaftlichen und institutionellen Schwächen verstärken, so die Ratingagentur.

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