US-Rekord: 46 Millionen Amerikaner brauchen Essensmarken

Die Benutzung von Essensmarken stieg in den USA im vergangenen Monat auf Rekordhöhe. Über 22 Millionen Haushalte meldeten letzten Monat Bedarf bei dem amerikanischen Wohlfahrtsprogramm SNAP an.

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In den USA war der Bedarf an Wohlfahrtsleistungen noch nie so hoch wie im vergangenen Monat: über 46 Millionen Menschen haben nach Angaben des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (Department of Agriculture) das Programm der Regierung zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel (SNAP) in Anspruch genommen. Das entspricht rund 22 Millionen Haushalten – 99.493 mehr als im Vormonat. Nach Angaben von Zerohedge war damit im Juli die Zahl der Menschen, die auf die Wohlfahrt angewiesen waren höher, als die Zahl derer, die einen Job gefunden haben.

Seit 2007 ist die Zahl der Menschen, die auf Essensmarken angewiesen sind, stetig gestiegen (Grafik: zerohedge)

Seit 2007 ist die Zahl der Menschen, die auf Essensmarken angewiesen sind, stetig gestiegen (Grafik: zerohedge)

Die amerikanische Regierung veröffentlichte diese alarmierenden Zahlen jedoch erst am Freitagabend, kurz nachdem die Börse geschlossen hatte. Die gesunkenen Arbeitslosenzahlen erreichten im Gegensatz dazu die Nachrichtenagenturen schon in den frühen Morgenstunden –  aber diese sollen vorher noch extra geschönt worden sein (mehr hier). Somit konnte sich die Regierung so entscheidenden strategischen Vorteil im Wahlkampf verschaffen und gleichzeitig die Stimmung an den Märkten entsprechend mäßigen.

Verfolgt man den Trend der letzten fünf Jahren, so zeichnet sich ein düsteres Bild der amerikanischen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. „Seit 2007 sind 4,5 Millionen Jobs verloren gegangen, indes wuchs die Zahl der Anträge für Essensmarken und Leistungen für Behinderte um noch nie da gewesene 21 Millionen“, berichtet Zerohedge. Diese Zahlen werden die Arbeitsmarkt- und Sozialdebatte wieder zum Aufkochen bringen und rücken die Arbeitslosenstatistik der Regierung in ein ganz neues Licht.

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