Zustand von Banken in Südeuropa viel schlechter als bekannt

Die Lage bei den südeuropäischen Banken ist offenbar viel schlechter als offiziell zugegeben. Trotz eines wohlwollenden „Stress Tests“ warnt der IWF vor einer massiven Kapitalflucht und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit.

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In seinem aktuellen Bericht warnt der IWF vor zu langem Zögern der Regierungschefs angesichts der europäischen Schuldenkrise. Würden die Probleme nicht schnell genug gelöst, werden die Bankbilanzen schrumpfen. Dies hätte einen Rückgang des Wachstums und eine weitere Erhöhung der Arbeitslosigkeit zur Folge (ESM-Chef Regling sieht indes erste Fortschritte – hier).

So habe etwa die bisherige Kapitalflucht aus der Peripherie der Eurozone, die auf die Angst vor einem Zusammenbrechen des Währungsraumes zurückzuführen ist, eine „extreme Fragmentierung“ der europäischen Refinanzierungsmärkte ausgelöst. Dies erhöhe besonders den Druck auf die südeuropäischen Banken (Italiens Banken wollen bereits die Rückzahlung der EZB-Tender verhindern – hier).

Weitere Verzögerungen bei der Lösung der Krise könnte zur Folge haben, dass die europäischen Banken bis Ende nächsten Jahres Vermögen im Wert von 2,8 Billionen Dollar abstoßen würden – was in etwa 7 Prozent ihrer Bilanzen entspricht. Die südeuropäischen Banken würden sich

sogar 10 Prozent ihres Vermögens entledigen, so der IWF. Dies würde das Wachstum weiter belasten und die Arbeitslosigkeit in dieser Region weiter erhöhen – die Anleihenmärkte wären nicht mehr in der Lage diese große Lücke zu stopfen. Die Entscheidung der EZB, Anleihen zu kaufen, hätte derzeit zwar die Renditen gesenkt, aber es sei noch zu früh, wirkliche positive Entwicklungen zu sehen. Insofern rät der IWF zu einer direkten Rekapitalisierung der Banken durch den ESM.

So nutzt der IWF wieder einmal die aktuelle Schuldenkrise – die in großen Teilen tatsächlich auf die Geschäfte der Banken selbst zurückzuführen ist – um sich selbst aus der Schuss- und Geldgeber-Linie zu bringen. Eine direkte Kapitalisierung der peripheren Banken über den ESM wird letztlich auf dem Rücken der deutschen Steuerzahler ausgetragen – stellt doch Deutschland den größten Anteil an den Geldern für den ESM (hier). Ähnliches hat auch die EU vor, die eine gemeinsame Einlagensicherung plant und sich somit letztlich Zugriff auf die Sparbücher der Deutschen verschaffen will (mehr hier).

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