Herbstgutachten: Forscher warnen vor Inflation

Deutsche Ökonomen warnen davor, dass sich die Inflationsrate in den kommenden Jahren verdreifachen könnte. Schuld an dieser Entwicklung, die das Ende der Stabilitätsunion bedeuten würde, sei die EZB, hieß es bei der Vorstellung des Herbstgutachtens.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

aktuell: Merkels Weisenrat: Griechenland ist nicht zu retten

Deutsche Wirtschaftsforscher warnen davor, dass die EZB durch ihre aktuelle Politik für eine starke Inflation sorgen könnte. Im kommenden Jahr sei zwar noch keine massive Inflation zu erwarten, sie wird im Bereich von 2,1 Prozent prognostiziert. Doch mittelfristig warnen die Ökonomen vor einer Inflationsrate zwischen fünf und sieben Prozent. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Ausgelöst würde diese Teuerung durch den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen, wie ihn EZB-Chef Mario Draghi angekündigt hat. „Die EZB ließ sich drängen, eine Grantieerklärung abzugeben, obwohl dies doch die Aufgabe der demokratisch legitimierten Regierungen gewesen wäre“, kritisiert der Ökonom Joachim Scheide vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Die EZB verliere damit ihre Glaubwürdigkeit.

Sollte die EZB tatsächlich unbegrenzt Staatsanleihen von gefährdeten Staaten kaufen und würde sich dies in einer hohen Inflation äußern, wäre „die Stabilitätsunion nicht mehr existent“, warnt Scheide: „Mit ihrer Entscheidung, Staatsanleihen zu kaufen, könnte der Grundpfeiler der Währungsunion ins Wanken geraten – nämlich die Preisstabilität“, sagte er bei der Präsentation der Herbstprognose der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute in Berlin.

Die Befürchtung ist nicht unbegründet, da die Großhandelspreise bereits steigen (hier). Dies hat negative Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten der Verbraucher (hier) und unterläuft die ohnehin schon schwache deutsche Binnennachfrage (hier).

Weitere Informationen:
Druck steigt: Drei Viertel der Katalanen wollen Referendum über Unabhängigkeit
Nach Downgrade: Zinsen für spanische Staatsanleihen steigen wieder
Trotz Krise: EU-Kommission will Beitritt von Kosovo und Albanien

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick