Herbstgutachten: Forscher warnen vor Inflation

Deutsche Ökonomen warnen davor, dass sich die Inflationsrate in den kommenden Jahren verdreifachen könnte. Schuld an dieser Entwicklung, die das Ende der Stabilitätsunion bedeuten würde, sei die EZB, hieß es bei der Vorstellung des Herbstgutachtens.

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Deutsche Wirtschaftsforscher warnen davor, dass die EZB durch ihre aktuelle Politik für eine starke Inflation sorgen könnte. Im kommenden Jahr sei zwar noch keine massive Inflation zu erwarten, sie wird im Bereich von 2,1 Prozent prognostiziert. Doch mittelfristig warnen die Ökonomen vor einer Inflationsrate zwischen fünf und sieben Prozent. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Ausgelöst würde diese Teuerung durch den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen, wie ihn EZB-Chef Mario Draghi angekündigt hat. „Die EZB ließ sich drängen, eine Grantieerklärung abzugeben, obwohl dies doch die Aufgabe der demokratisch legitimierten Regierungen gewesen wäre“, kritisiert der Ökonom Joachim Scheide vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Die EZB verliere damit ihre Glaubwürdigkeit.

Sollte die EZB tatsächlich unbegrenzt Staatsanleihen von gefährdeten Staaten kaufen und würde sich dies in einer hohen Inflation äußern, wäre „die Stabilitätsunion nicht mehr existent“, warnt Scheide: „Mit ihrer Entscheidung, Staatsanleihen zu kaufen, könnte der Grundpfeiler der Währungsunion ins Wanken geraten – nämlich die Preisstabilität“, sagte er bei der Präsentation der Herbstprognose der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute in Berlin.

Die Befürchtung ist nicht unbegründet, da die Großhandelspreise bereits steigen (hier). Dies hat negative Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten der Verbraucher (hier) und unterläuft die ohnehin schon schwache deutsche Binnennachfrage (hier).

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