Wolfgang Schäuble: Geldschwemme erhöht Inflationsgefahr

Weltweit müssten die Zentralbanken sich rechtzeitig von ihrer derzeitigen massiv gelockerten Geldpolitik verabschieden, warnt Wolfgang Schäuble. Die immens hohen in den Markt gepumpten Gelder würden den Inflationsdruck steigern. Der EZB könne man jedoch keinen Vorwurf machen. Den Esm sieht er als „starkes Symbol der Solidarität der Euro-Länder untereinander“.

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Bundesfinanzminister Wolfagng Schäuble nutzt seine derzeitige Reise in Asien, um die Asiatischen Investoren bezüglich der Schuldenkrise zu beruhigen. So unterstrich er beispielsweise am Wochenende, dass es in Griechenland keinen Staatsbankrott geben werde (hier) und überraschte mit dieser Aussage wahrscheinlich seine Bundeskanzlerin. In einem Interview mit der thailändischen Zeitung ‚The Nation’ wollte er nicht annähernd den Gedanken von Uneinigkeit in den Eurostaaten aufkommen lassen. Er betonte, dass alle Mitglieder des Währungsraums ein existenzielles Interesse an dessen Stabilisierung hätten, berichtet Reuters. So sei die Existenz des ESM ein starkes Symbol der Solidarität der Euro-Länder untereinander. Generell gelte, „alles, was Europa stärker macht, ist auch in Deutschlands Interesse“, so Schäuble.

Auf der anderen Seite warnte Schäuble, sicher mit Blick auf die geplante weitere Geldschwemme der FED, davor, weiter unaufhörlich Geld in die Märkte zu pumpen, da dies die Gefahr einer Inflation massiv erhöhe. Für alle Zentralbanken sei es entscheidend, „rechtzeitig Abschied von ihren außergewöhnlichen Maßnahmen zu nehmen, um zu verhindern, dass die großzügige Liquiditätsversorgung nicht zu einem Inflationsdruck wird“, sagte Schäuble. Immerhin sei der Grund für die Finanzkrise von 2007/2008 die hohe Liquidität an den Märkten gewesen.

Auch die EZB hat in der Vergangenheit massiv Gelder in die Märkte gespült, aber, so Schäuble, sie habe „immer im Rahmen ihres Mandats gehandelt“ und „ich habe keinen Anlass anzunehmen, dass sie jemals anders handeln würde“, fügte er hinzu. Und schließlich sei es das Mandat der EZB, vor allem Preisstabilität in der Eurozone zu sichern. Angesichts der zwei 3-Jahres-Tender, der Käufe von Staatsanleihen, wie etwa griechischer, und dem geplanten unbegrenzten neuerlichen Ankauf von Anleihen, ist dies jedoch äußerst fragwürdig. Zumal gerade die Eurozone in der Vergangenheit mit der Fed und der chinesischen Zentralbank bezüglich einer Leitzinssenkung schon einmal zusammengearbeitet hat. Interessant wird es insbesondere dann, wenn die EZB über ihr Mandat hinaus auch noch als europäische Bankenaufsichtsbehörde fungieren soll (hier).

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